98. Jahrestagung der DOG 2000

V 87

Der Glukosegehalt im Kammerwasser und im Kapillarblutplasma ist bei Diabetikern höher korreliert als bei Nicht-Diabetikern

R. Grajewski1, P. Meuer1,2, W. Schrader1

Zielsetzung: Bestimmung der Korrelation zwischen Glukosegehalt im Kammerwasser des Auges und im Kapillarblutplasma.

Patienten und Methoden: Von 36 Patienten mit Diabetes mellitus (Typ I oder II) und von 64 Nicht-Diabetikern die zur Katarakt-Chirurgie (KC) oder zur Pars-Plana-Vitrektomie (PPV) anstanden, wurden Kapillarblut und Kammerwasser zur Bestimmung der Glukosekonzentration gesammelt (Hexokinase-Methode). Die Patienten hatten keine entzündlichen Augenerkrankungen oder Verunreinigungen des Kammerwassers. 50µl Kapillarblut wurden 30, 20, 10 und 5 Minuten vor der intraokularen Chirurgie aus dem Ohrläppchen, und 100µl Kammerwasser zu Beginn der Operation entnommen. Der Korrelationskoeffizient r zwischen dem Glukosegehalt im Kammerwasser (Aq) und dem vom Kapillarblut (Pl) wurde berechnet.
Ergebnisse: Im Durchschnitt war r 0,72 bei allen Patienten, die Tabelle zeigt die Ergebnisse für die Untergruppen.

Patientengruppe No. r glucose (aq) [mg/dl] glucose (pl) [mg/dl] Alter (mean)
Nichtdiabetiker PPV 34 0.42 32.5-80.5 61-114 67.0
Nichtdiabetiker Cat Op 30 0.67 44.5-145.5 61-151 69.5
Diabetiker PPV 33 0.81 44-268. 62-234 63.1
Diabetiker Cat Op 14 0.98 77-282 54-234 74.1

Die Blutglukosespiegel blieben während der Sammelperioden annähernd konstant, sodass ein Mittelwert gebildet werden konnte.

Schlußfolgerungen: Bei den Diabetikern war r höher. Der Grund für diese Beobachtung ist noch unbekannt, könnte aber durch eine gestörte Autoregulation des Glukosegehalts des Kammerwassers bei den Diabetikern bedingt sein, wodurch sich möglicherweise die Kammerwasserglukose eher dem Blutglukosespiegel angleicht.

1Universitätsaugenklinik, Josef-Schneider-Str. 11, D 97080 Würzburg, Germany;

2Institut für Physikalische Chemie, Universität Würzburg
Danksagungen: Dr. Weishaupt , Neurologische Universitätsklinik, und seinen technischen Assistenten für die Glucose-Bestimmungen

Support: Erweiterte Forschungsförderung Universität Würzburg, Grant 2c/1998, DFG Grant Schr 598/2-1



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