98. Jahrestagung der DOG 2000

K 86

Endotheltoxizität verschiedener Lokalanästhetika

I. Wübbolt, F. Sistani, D. Brockmann, R. Winter

Einleitung: Eine mögliche Anästhetikamethode bei Kataraktoperationen ist die intrakammerale Injektion von Lokalanästhetika. Die Endotheltoxizität dieser Substanzen wurde in vitro an Schweinehornhäuten untersucht.

Methoden: Schweinehornhäute wurden in dextranhaltigem Kulturmedium unter Zusatz von 10%igem Fötalem Kälberserum (FCS) mit der Methode der Organkultur gelagert. Nach 24 Stunden Kultivierung , wurde die Endothelzellzahl bestimmt. Danach wurden für eine Stunde je 10 Hornhäute in einer von drei verschiedenen Konzentrationen von Lidocain, Prilocain, Mepivacain und Bupivacain inkubiert. Anschließend wurde die Zellzahl erneut bestimmt und die Kultivierung fortgesetzt. Die Endothelzelldichte wurde im Laufe der Organkultur am dritten und am fünften Tag bestimmt. Auch eine Kontrollgruppe von insgesamt 20 Hornhäuten wurde ohne Anästhetika-Inkubation in mit der gleichen Methode gelagert und befundet.

Ergebnisse: Bei verschiedenen Konzentrationen von Lidocain (0,5%, 1% und 2%) und Mepivacain (1%, 2% und 3%) konnte kein statistisch signifikanter Unterschied im Endothelzellverlust festgestellt werden. In der Gruppe von Prilocain deutete lediglich die 2%ige Lösung auf eine Schädigung hin, während Bupivacain in der Konzentration 0,25% und 0,75% zu einer signifikanten Abnahme der Endothelzellzahl im Vergleich zu der Kontrollgruppe führte.

Diskussion: Nur nach Einsatz von Bupivacain (0.25%,0.75%) und Prilocain 2% konnte ein signifikanter Endothelzellverlust festgestellt werden. Der Zellverlust unter Einfluß von den anderen o.g. Anästhetika war nicht signifikant im Vergleich zu der Kontrollgruppe. Aus diesem Grund schlußfolgern wir, daß Lidocain, Mepivacain und Prilocain (0,5% und 1%) für eine intrakammerale Injektion geeignet erscheinen.

Augenklinik der Medizinischen Hochschule Hannover, Carl-Neuberg-Str. 1, D-30625 Hannover



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