98. Jahrestagung der DOG 2000

K 826

Einfluss von Brimonidin auf die Hämodynamik der kurzen hinteren Ziliararterien, der A. centralis retinae und der Chorioidea bei Patienten mit primärem Offenwinkelglaukom

K.-G. Schmidt, V. Klingmüller, A. v. Rückmann

Einleitung: Die Bedeutung der peripapillären Hämodynamik für die Prognose des primären Offenwinkelglaukoms (POWG) wird zunehmend diskutiert. Entsprechend sollten sich moderne Antiglaukomatosa über die Senkung des intraokulären Druckes (IOD) hinaus zumindest durchblutungsneutral verhalten.

Ziel dieser Studie war es, die Hämodynamik der Aderhaut, der kurzen hinteren Ziliararterien (SPCAs) und der A. centralis retinae (CRA), der Gefäßsysteme, die den Sehnervenkopf versorgen, bei Patienten mit POWG nach Gabe des potentiell vasokonstriktiven alpha-2-Rezeptoragonisten Brimonidin zu untersuchen.

Methoden: Bei 17 Patienten mit POWG ohne klinisch relevante extrakranielle Stenose (< 50%, Dopplersonographie) wurden die SPCAs, die CRA (9 MHz Linear & Phased Array Scanner, Elegra Advanced System, Siemens, Erlangen) bei einer Transmissionsenergie von 40% (B-, C-, & Triplex-Mode), die okuläre Pulsamplitude (OPA; OBF-System, OBF Labs UK), der IOD, und die systemischen Perfusionsparameter vor und 4 Wochen nach Gabe von Brimonidin untersucht.

Ergebnisse: (Mittelwerte ± SD): Brimonidin reduzierte den IOD (mmHg) in den behandelten Augen (26,4 ± 1,3/21,5 ± 1,6) signifikant (sig., p< 0,0001), beeinflußte aber weder die OPA (2,1 ± 0,1/2,1 ± 0,1 mmHg), die farb- und spektraldoppler-sonographisch ermittelten Perfusionsparameter (systolische Spitzengeschwindigkeit, enddiastolische Geschwindigkeit, Pulsatilitäts- und Widerstandsindices) der SPCA und CRA, noch die systemischen Perfusionsparameter sig. (p> 0,05).

Schlußfolgerung: Brimonidin reduzierte den IOD um 18,7%, eine vasokonstriktive Komponente konnte für die den Sehnervenkopf versorgenden Gefäßsysteme bei Patienten mit POWG ausgeschlossen werden.

Augenklinik, Universität Oxford, Walton Street, Oxford, OX2 6AW, UK



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