98. Jahrestagung der DOG 2000

P 810

Langzeitergebnisse nach transskleralfixierter Hinterkammerlinsenimplantation

H. A. Fuchs, F. Lauer

Hintergrund: Die transsklerale Fixation von Hinterkammerlinsen (HKL) bei fehlender Linsenkapsel wird bei der Sekundärimplantation (SI) aphaker Patienten oder auch primär bei intraoperativen Kapselkomplikationen eingesetzt. Die Pat. erleben dabei häufig mehrere intraokulare Eingriffe, welches ein erhöhtes operatives Trauma gerade für das Hornhautendothel darstellt.

Methodik: Wir untersuchten retrospektiv zwei Gruppen von Patienten, bei denen eine transsklerale oder sulcusfixierte Sekundär-implantation durchgeführt wurde. Gruppe 1: transskleralfixierte HKL (n=10; Alter der Pat.=70,6± 8,7Jahre; Follow up=93± 10Monate); Gruppe 2 sulcusfixierte HKL (n=7; Alter der Pat.=64 ± 11 Jahre; Follow up 111± 20 Monate). Bei beiden Gruppen wurde der korrigierte Visus (V), eine Endothelmikroskopie und ORBSCAN-Topographie erhoben, sowie die Dezentrierung der Linse gemessen.

Ergebnisse: Gruppe 1: Der Visus betrug prä-Op 0,39± 0,36, post-OP 0,57± 0,37. Die Endothelzellzahl (EZZ) betrug 2016± 573/mm2, bei einer Zellgröße (EZG) von 556± 259µm2. Die HKL-Dezentrierung lag im Mittel bei 0,75± 0,35mm. Gruppe 2: Der Visus betrug prä-Op 0,32± 0,25, post-OP 0,78± 0,27. Die Endothelzellzahl (EZZ) betrug 1878± 297/mm2, bei einer Zellgröße (EZG) von 556± 259µm2. Die HKL-Dezentrierung lag im Mittel bei 0,34± 0,45mm.

Diskussion: Die vorliegende Arbeit zeigt mit 8-10 Jahren postoperativ die längsten Nachbeobachtungszeitraum nahtfixierter HKL. Beide Gruppen zeigten bei dieser Langzeituntersuchung sehr stabile funktionelle Ergebnisse und auch HH-endotheliale Befunde. In Gruppe 1 ist die Endothelzellzahl signifikant niedriger als bei dem jeweiligen Partnerauge, während sich in Gruppe 2 kein wesentlicher Unterschied feststellen läßt. Die HKL-Dislokation liegt beidseits vergleichbar unter 1mm.

Universitäts-Augenklinik Heidelberg, Im Neuenheimer Feld 400, D-69120 Heidelberg


Zurück