98. Jahrestagung der DOG 2000

V 801

Pars-plana-Vitrektomie bei Kindern: Indikationen und Ergebnisse

C. Jandeck, U. Kellner

Ziel dieser Studie ist, die Indikationen und Ergebnisse einer pars-plana-Vitrektomie (ppV) bei Kindern bis 16 Jahren zu analysieren.

Patienten & Methoden: Im Zeitraum von 1991-2000 wurde in einer konsekutiven Serie 70 Augen von 65 Kindern mit einer ppV ein-geschlossen.

Ergebnisse: Wir behandelten 49 Jungen und 16 Mädchen. Häufigste Indikation für eine ppV waren Traumafolgen: in 22 Augen eine offene Bulbusverletzung, und in 6 Augen eine Ablatio retinae nach einem geschlossenem Bulbustrauma. In 3 weiteren Augen wurde ein traumatisches Makulaforamen mit Thrombozyten behandelt. Eine hohe Myopie mit Ablatio retinae lag bei 10 Kindern vor (davon waren 3 ehemalige Frühgeborene). Weitere Indikationen für eine ppV waren eine rezidivierende Uveitis (n=9), Morbus Coats (n=3), Makular pucker (n=2) und anderes (n=10). Eine Silikontamponade war in 18 Augen in der ersten oder weiteren Operation erforderlich. 39 Augen wurden mindestens zweimal operiert. Die Nachbeobachtungszeit betrug zwischen einem Monat und 6,6 Jahren (mittel: 21 Monate). Zum Zeitpunkt der letzten Kontrolle lag die Netzhaut in 60 Augen (86%) komplett und in 3 Augen weiteren Augen lag zumindest die Makula an (insg. 90%). Subretinale Stränge bestanden in 7 Augen und zentrale subretinale Exsudate in 2 Augen mit Morbus Coats. Funktionell konnte ein Visus von mindestens 0,02 in 82% und mindestens 0,1 in 67% erreicht werden.

Schlußfolgerungen: Ein Trauma mit kompliziertem retinalem Befund war die häufigste Indikation für eine Vitrektomie bei Kindern. Wie auch bei Erwachsenen sollte eine Silikontamponade eine Option zur Behandlung von schwierigen Netzhautsituationen sein.

Augenklinik, Universitätsklinikum Benjamin Franklin, FU Berlin, D - 12200 Berlin



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