98. Jahrestagung der DOG 2000

P 796

F6H8 als Endotamponade bei PVR Amotiones

N. F. Schrage, B. Kirchhof -
The F6H8 study group: D. Wong, J. v. Meurs, C. Dahlke, M. Macek

Einleitung: Die Therapie schwerer PVR Amotiones stellt bisher ein Problem dar, welches auch mittels Daunomycingabe nur unzureichend verbessert werden kann. Grund für dieses Problem stellen meist Reproliferationen in der unteren Netzhauthälfte dar. Dort ist eine Silikonölendotamponade meist unzureichend.

Methoden: In einer multizentrischen und prospektiven Pilotstudie wurde F6H8 intravitreal bei 23 Patienten mit schwerer proliferativer Vitreoretinopathie als Endotamponade appliziert und nach 76 ± 37.64 Tagen entfernt

Ergebnisse: Es fand sich eine gute Endotamponade der Netzhaut im Bereich der unteren Netzhaut. Die Augen zeigten in einigen Fällen eine Dispersion des F6H8 ohne Nebenwirkungen. Insbesondere blieb bei aphaken Augen bei Endothelkontakt die Hornhaut völlig klar. In 2 Fällen aphaker Augen kam es zu starken Druckanstiegen bei Winkelblock bei offener Ando Iridektomie durch die schwere Tamponade. In diesen Fällen wurde die Tamponade sofort entfernt. Dieses Phänomen wurde nach Anlage einer basalen Iridektomie in 12 Uhr Position nicht wieder gesehen. In 4 Fällen kam es zu einem Macula Pucker. In einem Fall wurden massive periretinale Proliferationen gefunden. In 8 Fällen kann es zu erneuten Netzhautablösungen, welche mittels SF6 oder Silikonöltamponade behandelt wurden. Insbesondere die Netzhaut im Bereich von 14 unteren Retinotomien lag sehr gut an.

Diskussion: Durch F6H8 als Endotamponade kann eine neue schwere Substanz in die Therapie der Netzhautablösung eingeführt werden. Diese Substanz ermöglicht eine langfristige Tamponade von Defekten im Bereich des unteren Auges ohne die von PFCL bekannten Probleme einer Retinaschädigung. Somit ist eine differenzierte Therapie der Netzhautablösung durch Endotamponade spezifischer Gewichte möglich. Eine multizentrische Studie zum Nachweis einer möglichen Überlegenheit dieser Endotamponade ist geplant.

Universitätsaugenklinik an der RWTH Aachen, Pauwelsstraße 30, 52070 Aachen



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