98. Jahrestagung der DOG 2000

VV 793

Kataraktoperation kombiniert mit Pars-plana-Vitrektomie

W. F. Schrader, P. Fischer

Problemstellung: Neuere Einsatzgebiete der vitreoretinalen Chirurgie, wie beim Makulaforamen oder bei der subretinale Chirurgie, setzen einen exzellenten Funduseinblick voraus, so daß sich häufiger die Frage nach einer Kataraktoperation vor Vitrektomie stellt. Wir berichten über unsere Erfahrungen mit der Kombination von Pars-plana-Vitrektomie mit Phakoemulsifikation in Tunneltechnik und Hinterkammerlinsenimplantation.

Patienten: Wir haben an der Universitätsaugenklinik Würzburg 1996 und 1999 320 Augen mit Pars plana Vitrektomie kombiniert mit Phakoemulsifikation in Tunneltechnik operiert. Die Verläufe wurden retrospektiv ausgewertet.

Ergebnisse: In 110 Fällen wurde die Operation bei Glaskörperblutungen und Traktionsamotiones bei proliferativer diabetischer Retinopathie durchgeführt, in 40 Fällen bei subretinaler Neovaskularisationsmembran, in 31 Fällen bei Makulaforamina, 55 mal bei Macular pucker und 84 mal bei Ablatio retinae oder zur Silikonölentfernung. Eine postoperative Fibrinreaktion mußte signifikant häufiger bei proliferativer diabetischer Retinopathie (49%; regelmäßig bei Rubeosis iridis) und bei proliferativer Vitreoretinopathie (61%) gegenüber 2% bei den übrigen Indikationen behandelt werden. Der stationäre Aufenthalt konnte dennoch kürzer gehalten werden als bei zweizeitiger Operation.

Schlußfolgerungen: Die Kataraktoperation kann durch Kleinschnittechnik ohne Naht sicher mit einer anschließenden Pars plana Vitrektomie kombiniert werden, was einerseits für den Netzhautchirurgen einen verbesserten Funduseinblick und damit eine präzisere Chirugie erlaubt, andererseits die postoperative Rehabilitation verkürzt. Bei Störungen der Blut-Retina-Schranke durch eine diabetische Retinopathie oder durch eine proliferative Vitreoretinopathie muß mit einer postoperativen Fibrinreaktion gerechnet werden. Dennoch gelingt es besser als bei zweizeitiger Operation einen deletären Verlauf zu verhindern. Da bei den oben genannten Pathologien oft wegen der Trübungen im Glaskörperraum ohne ausreichende Retroillumination operiert werden muß, setzt die Operationstechnik eine große Erfahrung in der Kataraktchirurgie voraus.

Universitäts-Augenklinik, Josef-Schneider-Str. 11, D-97080 Würzburg



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