98. Jahrestagung der DOG 2000

K 778

Dreijährige Erfahrungen mit Argonlaser-Drusen-Koagulation bei alterskorrelierter Makuladegeneration (AMD)

U. Siepe, K. Müller-Jensen

Einleitung: Die AMD ist jenseits des 50. Lebensjahres. in den westlichen Industrieländern die häufigste Ursache für einen zentralen Sehverlust. Bis zum Jahre 2050 ist mit einer Verdreifachung der über 85-Jährigen zu rechnen, von denen etwa 30% Zeichen einer AMD aufweisen werden. Bei steigender Inzidenz ist die Therapie dieser Volkskrankheit jedoch weiterhin sowohl für den Patienten als auch für den Arzt eher frustran. Nur ein Bruchteil der Patienten mit AMD kann derzeit einer zufriedenstellenden Therapie zugeführt werden. Neue Behandlungsformen sind zwar in der Entwicklung, stehen aber auch auf absehbare Zeit nicht der Masse der Erkrankten zur Verfügung. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Prophylaxe einen großen Stellenwert.

Methoden: Wir führten bei konfluierenden weichen Drusen, einem der Hauptrisikofaktoren für die Entwicklung einer SRNV, eine Argonlaserkoagulation (ALK) durch. Bei strenger Indikationsstellung wurde nach Ausschluß einer feuchten Form der AMD mittels Fluoreszenzangiographie (FLA) am schlechteren Auge des Patienten eine milde Grid-ALK des hinteren Pols durchgeführt. Wir verglichen den korrigierten Visus des behandelten und des nicht behandelten Auges vor und nach dem Eingriff. Ebenso erfolgten weitere Kontroll-FLA`s.

Ergebnisse: Bei den behandelten Augen (14) kam es in 10 Fällen zu einem Visusanstieg, in 3 Fällen zu einem stabilen Visus, und in 1 Fällen zu einem AbFall, während bei den nicht behandelten Auge (14) in 4 Fällen der Visus stabil blieb und es in 10 Fällen zu einem AbFall des Visus kam. Bei keinem der nicht behandelten Augen kam es zu einem Visusanstieg. Innerhalb weniger Monate zeigte sich bei den gelaserten Augen ein deutlicher Rückgang der Drusen. Die meisten der Patienten äußerten sich sehr positiv über die Behandlungsmethode. Sie berichteten über einen subjektiv ruhigeren Seheindruck bei Abnahme von Metamorphopsien bzw. relativer Skotome, was auch die Kontrolle mit dem Amslernetz bestätigte. Es konnten keine Nebenwirkungen der ALK beobachtet werden.

Konklusion: Unserer Ansicht nach ist nach Absicherung mittels FLA die prophylaktische Drusen-ALK eine befriedigende und bei vorsichtiger Anwendung eine risikoarme Therapieform, die zu einer Visusverbesserung bei AMD fürhren kann. Ob auch die Prognose bzgl. der Entwicklung einer SRNV gebessert ist, muß die Zukunft zeigen.

Augenklinik des Städtischen Klinikums, Moltkestr. 90, D - 76133 Karlsruhe



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