98. Jahrestagung der DOG 2000

V 772

Zur Auswirkung der oralen Toleranz auf RPE Xenotransplantate in die RCS-Ratte

S. Grisanti, P. Esser, N. Kociok, T. Luther, J. Jordan, K. U. Bartz-Schmidt

Einleitung: Die erfolgreiche Transplantation von retinalen Pigmentepithelzellen (RPE) zur Behandlung von RPE bedingten Retinopathien wird u.a. von immunsuppressiven Strategien abhängig sein. Ziel dieser Studie ist es, die Wirksamkeit der Oralen Toleranz zur Verhinderung einer Abstoßungsreaktion nach Xenotransplantation von RPE in die Royal College of Surgeons (RCS) Ratte zu ermitteln.

Methoden: Frisch isolierte, RPE vom Schwein wurden als Xenotransplantate in RCS Ratten (17-21 Tage alt) implantiert. Die Implantation erfolgte subretinal, in die Augenvorderkammer und in den subkutanen Raum. Der Effekt wurde mittels Immunhistologie ermittelt. Die Orale Toleranz wurde durch prä- und postoperative Administration von RPE induziert.

Ergebnisse: Orthotope Xenotransplantate bewirken im Vergleich zu den Kontrollen eine dramatische Verzögerung der Immunreaktion. Xenotransplantate in der Augenvorderkammer und im subkutanen Raum induzieren nach 2-4 Wochen eine inflammatorische Zellinfiltration. Trotz fehlender Zellinfiltration der subretinalen Implantate wird die retinale Degeneration nur für einen limitierten Zeitraum (3 Monate) verzögert. Durch die Induktion der Oralen Toleranz kann die zelluläre Infiltration der heterotopen Transplantate verhindert werden. Die Überlebenszeit der Photorezeptoren nach orthotoper Transplantion wird auf 6 Monate verlängert.

Diskussion: RPE Xenotransplantate in der Augenvorderkammer und im subkutanen Raum induzieren eine ausgeprägte zelluläre Abstoßungsreaktion. Subretinale Xenotransplantate scheinen davon ausgenommen. Durch die Induktion der Oralen Toleranz kann eine Abstoßungsreaktion supprimiert werden und die retinale Degeneration deutlich verzört werden.

Universitäts-Augenklinik, Joseph-Stelzmann-Straße 9, D-50931 Köln



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