98. Jahrestagung der DOG 2000

K 771

Zwei-Jahres-Ergebnisse der Radiotherapie kleiner klassischer subfoveolärer chorioidaler Neovaskularisationen

A. Breyer-Pacurar1, A. Röser2, R. B. Schilcher2, E. Gerke1

Mehrere Studien über die Effektivität einer Radiotherapie subfoveolärer chorioidaler Neovaskularisationen ( CNV ) zeigten keinen signifikanten Erfolg. In einer Pilotstudie konnten wir allerdings zeigen, daß bei der Radiotherapie kleiner klassischer CNV‘s ( < ¼ Papillendurchmesser, PD ) über einen Zeitraum von einem Jahr keine Visusverschlechterung auftrat. Im folgenden sollen die Zwei-Jahresergebnisse dargestellt werden.

Patienten und Methode: Therapiert wurden Patienten mit alters-abhängiger Maculadegeneration im Frühstadium und einem Aus-gangsvisus von mindestens 0,2. Das Partenerauge war bereits aufgrund einer subretinalen Fibrose auf Metervisus oder weniger reduziert. Bei 11 Patienten lag die CNV–Größe unter ½ PD, bei 8 davon unter ¼ PD. Die Bestrahlung erfolgte mit 8 x 2 Gy an einem Linearbeschleuniger mit 18 MV über ein seitliches um 40° zur Patientenachse gekipptes Stehfeld von 3,5 x 2,2 cm. Kontrolluntersuchungen erfolgten nach 3, 6, 12 und 24 Monaten.

Ergebnisse: 2 Jahre nach Bestrahlung war es bei 4 Patienten zu einem Visusanstieg ( > 1 Stufe ), bei 6 Patienten zu einer Stabilisierung und bei einem Patienten zu einem VisusabFall um 2 Stufen gekommen. Eine Visus-besserung zeigten nur Patienten mit einer CNV < ¼ PD, der Patient mit einer Verschlechterung hatte eine CNV > 1/4 aber < ½ PD.

Schlussfolgerung: Obwohl die Radiotherapie chorioidaler Neo-vaskularisationen im allgemeinen nicht erfolgsversprechend ist, scheint sie zumindest für eine ausgewählte Gruppe von Patienten ( klassische subfoveoläre CNV, < ¼ PD ) durchaus eine erwägenswerte Therapie-alternative darzustellen.

1Augenklinik und 2Klinik für Strahlentherapie, Radio – Onkologie und Nuklearmedizin

Klinikum Wuppertal GmbH, Heusnerstr. 40, D-42283 Wuppertal

Klinikum der Universität Witten–Herdecke, Akademischers Lehrkrankenhaus der Heinrich–Heine–Universität Düsseldorf



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