98. Jahrestagung der DOG 2000

P 77

Zur Pharmakologie eines neuen Fluoreszein-Lyophilisates am menschlichen Auge - Eine fluorophotometrische Studie

S. Dinslage1, A. Weichselbaum2, R. Süverkrüp2, M. Diestelhorst1, G. K. Krieglstein1

Einleitung: Ziel der Studie ist die vergleichende Bestimmung der Bioverfügbarkeit von Fluoreszein einer neuen konservierungsfreien Applikationsform mit der eines konventionellen Augentropfens. Führt die pulverisierte Trockensubstanz zu einem Depoteffekt im Tränenfilm und zu höheren Konzentration des Wirkstoffes im Auge?

Methoden: Fluoreszein wurde zu 1% in 0,9% NaCl gelöst und unter aseptischen Bedingungen per Gefriertrocknung auf einen Polytetrafluoroethylen – Träger aufgebracht. Das hydrophile Polymerlyophilisat beinhaltet 68 ug Fluoreszein und entspricht der Konzentration eines Tropfens Fluoreszein SE ThiloÒ . In einer randomisierten Studie erhielten 12 gesunde Probanden Fluoreszeinlyophilisat in ein und einen Tropfen Fluoreszein SE Thilo in das kontralaterale Auge. Es folgten fluorophotometrische Messungen nach +15, +30, +45, +60, +120 und +180 Minuten mit dem Fluorotron Master II, Fa. Ocumetrics, USA. Die Fluoreszein – Konzentrationen von kornealem Stroma (HH), vorderer Augenkammer (VK) und Kurvenintegral von Hornhaut bis Linsenvorderfläche wurde verglichen und per ANOVA ausgewertet.

Ergebnisse: Alle Messungen konnten eine bis zu 34 Mal höhere Farbstoffpermeation der mit Fluoreszein-Lyophilisat behandelten Augen zeigen. Signifikante Konzentrationserhöhungen wurden nach 15, 45, 60 und 180 Minuten im kornealen Stroma, zu jeder Zeit in der vorderen Augenkammer und nach 15 bzw. 180 Minuten im Kurvenintegral gemessen (p<0.05).

Diskussion: Die neue lyophilisierte Applikationsform ist leicht zu applizieren, gut verträglich und führt zu einem Depoteffekt an der Bindehaut und damit zum kontinuierlicheren Wirkstoffeinstrom am Auge. Die verbesserte Pharmakokinetik wird durch die wasserfreie Applikation erzielt, da kein direkter Volumenverlust über die Tränenwege erfolgt.

1Zentrum für Augenheilkunde, Universität zu Köln

2Pharmazeutisches Institut, Universität Bonn



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