98. Jahrestagung der DOG 2000

P 764

Die einfache Membranextraktion bei der altersabhängigen Makuladegeneration

J. Schmidt, L. Hesse, P. Kroll

Hintergrund: Die altersabhängige Makuladegeneration (AMD) ist eine häufige Ursache für den irreversiblen Verlust der Lesefähigkeit. Zur Behandlung der feuchten AMD mit subretinaler choroidaler Neovaskularisation (CNV) bestehen zur Zeit viele z. T. konkurierende Therapiekonzepte. Als chirurgischen Maßnahme wird die Makulatranslokation viel diskutiert, die jedoch wegen der komplexen Operation bisher nur an wenigen Zentren durchgeführt wird. Die einfache Mem- branenextraktion (ME) stellt demgegenüber einen komplikationsarmern Eingriff dar, der die Entwicklung großer subfovealer Narben mit entsprechenden funktionellen Ausfällen verhindern kann.

Material und Methode: Seit 1995 operierten wir mit ME insgesamt 53 Augen von 52 Patienten mit CNV, die sich im Rahmen einer AMD entwickelt hatte. Das Alter der Patienten lag zwischen 58 und 85 Jahren (Durchschnitt 72 Jahre). Prä- und postoperativ führten wir neben der aktuellen Anamnese, der Erhebung des Nah- und Fernvisus eine FAG und ICG- Angiographie, ein fokales ERG und eine Mikroperimetrie durch. Der Nachuntersuchungszeitraum betrug zwischen 3 und 34 Monaten (Durchschnitt 16,3 Monate).

Ergebnisse: Präoperativ fand sich ein durchschnittlicher Visus von 0,11 (Hbw bis 0,4). Der postoperative Visus lag am Ende des Untersuchungszeitraumes bei 0,12 (Hbw bis 0,7). Bei 51 Augen fand sich postoperativ im FAG eine trockene Form der AMD, bei zwei Augen entwickelte sich eine Rezidivmembran, die chirurgisch erfolgreich entfernt werden konnte. Die parazentralen Skotome reduzierten sich bei 10 von 15 Augen die mikroperimetrisch untersucht wurden.

Schlußfolgerungen: Durch die einfache Entfernung einer subretinalen Membran läßt sich in den meisten Fällen der feuchten AMD eine Stabilisierung des bestehenden Visus erreichen und die Ausdehnung des Zentralskotoms begrenzen. Eine Lesesefähigkeit wird nur bei kleinen juxtafoveolar gelegenen Membranen erreicht. Große subretinale Membranen die einen ausgedehnten postoperativen Pigmentepitheldefekte mit chorioretinalen Atrophien erwarten lassen sollten wegen der schlechten funktionellen Ergebnisse nicht in dieser Weise operiert werden. Hier ist eine Makuladislokation zu erwägen.

Zentrum für Augenheilkunde der Philipps-Universität, Robert-Koch-Str. 4, D-35037 Marburg



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