98. Jahrestagung der DOG 2000

K 750

Vergleich verschiedener antiglaukomatöser Medikamente zur Prävention des frühpostoperativen IOD-Anstiegs nach Phakoemulsifikation

O. Schwenn1, N. Xia1, Krummenauer2, H. B. Dick1

Hintergrund: In der frühpostoperativen Phase kommt es nach Phakoemulsifikation zu einem Anstieg des intraokularen Drucks (IOD). Die Auswirkungen verschiedener antiglaukomatöser Augentropfen wurden untersucht. Weitere Zielgrößen waren der Flare sowie die zentrale Hornhautdicke.

Patienten und Methode: In einer doppelt maskierten, randomisierten Studie wurden 119 Augen von 119 Patienten ohne weitere okuläre Pathologie eingeschlossen, die unter stationären Bedingungen einer standardisierten (ein Operateur, Healonâ ) Kleinschnitt-Kataraktchirurgie mit Faltlinsenimplantation zugeführt wurden. Die Zuordnung erfolgte zu 5 Gruppen: Gruppe I: 0,25 % Timolol in Gelrite (n=23), Gruppe II: 2% Dorzolamid (n=24), Gruppe III: Kombination aus 0,5% Timolol und 2% Dorzolamid (n=22), Gruppe IV: Brimonidine (n=26), Gruppe V: Gentamicin (Kontrolle, n=24). Der IOD wurde präoperativ sowie 3± 1, 6± 1, 9± 1, 24± 3 und 48± 3 Stunden postoperativ gemessen. Laser-Flare-Messungen und Hornhautpachymetrie erfolgten präoperativ sowie 6± 1, 24± 3 und 48± 3 Stunden post-operativ. Wilcoxon-Tests wurden zum nichtparametrischen Gruppenvergleich durchgeführt. Absolute Werte wurden im statischen Gruppenvergleich, intraindi-viduell auftretende Unterschiede zu den präoperativen Meßergebnissen im dynamischen Gruppenvergleich evaluiert. Die p-Werte sind deskriptiv, da keine mul-tiple Adjustierung erfolgte. Ein p-Wert <0,05 zeigt demnach eine lokale statistische Signifikanz an.

Ergebnisse: Bezüglich des Alters, der Phakoemulsifikationszeit, der Bulbuslänge, des präoperativen IODs und des Flares bestanden keine Gruppenunterschiede, die zentrale Hornhautdicke war jedoch in den Gruppen II und III kleiner als in Gruppe V. Ein statistisch signifikanter IOD-AbFall trat in der Gruppe I nach 24 (p=0,028) und 48 Stunden (p=0,007), in Gruppe III nach 3 (p<0,001), 6 (p=0,001), 24 (p=0,001) und 48 Stunden (p<0,001) auf. Ein statistisch signifikanter IOD-An-stieg erfolgte in Gruppe IV nach 3 (p=0,001), 6 (p<0,001) und 9 (p<0,001), in Gruppe V nach 3 (p<0,001), 6 (p<0,001), 9 (p<0,001) und 24 (p=0,002) Stunden. Die Gruppen I, II und III zeigten zu verschiedenen Untersuchungszeitpunkten niedrigere IOD-Werte im Vergleich zu den Gruppen IV und V. Außerdem hatte die Gruppe III nach 3 Stunden im Vergleich zu Gruppe I und nach 6 Stunden im Vergleich zu Gruppe II niedrigere IOD-Werte. Keine statistischen Unterschiede hin-sichtlich des IOD‘s wurden nach 48 Stunden gefunden. Im dynamischen Gruppenvergleich zeigten die Gruppen III und I die höchsten Flarewertsteigerungen.

Zusammenfassung: Die Ergebnisse zeigen, dass mit in einer Kombination von 0,5% Timolol und 2% Dorzolamid der postoperative IOD-Anstieg ausblieb und in der frühpostoperativen Phase die stärksten IOD-Senkungen eintraten.

1Augenklinik, Johannes-Gutenberg-Universität, Langenbeckstr. 1, D-55131 Mainz

2Koordinationszentrum für klinische Studien, Johannes-Gutenberg-Universität-Mainz



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