98. Jahrestagung der DOG 2000

P 739

Expulsive Blutung und Ablatio retinae mit proliferativer Vitreoretinopathie nach Hornhautperforation während einer LASIK-Behandlung an einem hoch myopen Auge

W. F. Schrader, B. A. M. Lege, A. Mutsch

Zielsetzung: Fallbericht über eine expulsive Blutung mit mit proliferativer Vitreoretinopathie nach Hornhautperforation durch eine LASIK Behandlung an einem hoch myopen Auge.

Fallbericht: Eine 39jährige Frau hatte bds. eine hohe Myopie von 33,5 dpt. Ein Auge war bereits wegen einer Ablatio insanata erblindet. Das andere Auge wies noch eine bestkorrigierte Sehschärfe von 0,6 auf. Nach einer auswärts durchgeführten LASIK-Behandlung entwickelte sich bald eine Kernkatarakt. Nach Kataraktoperation verbesserte sich die Sehschärfe lediglich auf 0,2. Die Hornhauttopographie zeigte zentrale Brechkraftunterschiede von 60 dpt auf. Diese Brechkraftunterschiede über der Pupille versuchte man nun an einem anderen auswärtigen Zentrum durch vier weitere Lasikbehandlungen zu reduzieren, was bis auf einen Rest von 10 dpt gelang. Nach der fünften LASIK-Behandlung trat eine Einblutung der Vorderkammer und des Glaskörpers auf, verbunden mit einer sonographisch nachgewiesenen Aderhautabhebung. 3 Wochen nach diesem Ereignis stellte sich die Patientin uns erstmals vor. Wir fanden eine beginnende Hämatocornea sowie eine dichte Einblutung von Vorderkammer und Glaskörper. Blutbild, Gerinnung und Blutdruck waren normal. Sonographisch stellte sich eine massive Aderhautamotio und darüber eine Netzhautablösung mit proliferativer Vitreroretinopathie dar. In der Hornhaut selbst fanden wir ein parazentrales Loch, das nur durch die Hornhautlamelle gedeckt war. Wir nehmen an, daß es durch diesen Defekt zu einem intraokularen DruckabFall mit nachfolgender Hämorrhagie kam. Mehrere Pars plana Vitrektomien waren notwendig, um eine befriedigende Netzhautanlage zu erreichen. Das Auge blieb jedoch im Sinne des Gesetzes blind.

Schlußfolgerung: LASIK ist nur für Myopien <12 dpt empfohlen. Ansonsten führt das Verfahren möglicherweise nicht nur zu einer insuffizienten Korrektur, sondern auch zu schweren visusbedrohenden Komplikationen.

Universitäts-Augenklinik, Josef-Schneider-Str. 11, D-97080 Würzburg



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