98. Jahrestagung der DOG 2000

VF 68

Explantation einer eingetrübten Acryl-Intraokularlinse
und komplikationslose Implantation der PMMA-Intraokularlinse

Typ 602A (Fa. Rayner)

K.-M. Jörg, R. Trinkmann

Einleitung: Im Zeitalter der modernen Cataract-Chirurgie mit Implantation faltbarer Hinterkammerlinsen werden immer mehr Intraokularlinsen (IOL) aus verschieden Acrylaten hergestellt. Bei diesem raschen Auftauchen neuer Produkte ist es nicht verwunderlich, wenn Berichte über Qualitätseinbussen der Materialien aufkommen. Im vorliegenden Fall hatte sich eine faltbare Acryl-IOL innerhalb der ersten sechs Monate nach Cataract-Extraktion in einem auswärtigen Ambulatorium eingetrübt.

Methoden: Im vorliegenden Video wird die schonende Explantation der getrübten Acryl-IOL unter Schutz eines Viskoelastikums über einen 6mm-Schnitt gezeigt. Dies gelingt ohne Komplikationen, sodass im Anschluss daran problemlos die PMMA-IOL 602A implantiert werden kann.

Ergebnisse: Die Implantation der PMMA-IOL 602A in den intakten Kapselsack wird vor allem durch die besonders flexible Haptik dieser Linse erleichtert und gelingt ohne besondere Vorkehrungen.

Diskussion: Praeoperativ gab es Überlegungen, die getrübte Linse über einen kleineren Schnitt, gegebenenFalls nach mechanischer Zerkleinerung, zu explantieren und sie wieder durch eine faltbare IOL eines bewährten Herstellers zu ersetzen. Dies wurde aber zum einen nach Abwägung der Risiken wie Gefahr der Verletzung der hinteren Kapsel, Iris und Hornhautendothel verworfen. Zum anderen ist bis heute die Ursache der Eintrübung dieses IOL-Typs nicht geklärt, sodass zur Sicherung des Operationserfolges nur die Implantation einer PMMA-IOL als richtige Lösung in Frage kam.

Augenklinik, Diakonissenkrankenhaus Karlsruhe, Diakonissenstr.28, D-76199 Karlsruhe



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