98. Jahrestagung der DOG 2000

V 677

Hepatitis B und C: DNA / RNA – Nachweis in Korneoskeralscheiben und Kulturmedien serologisch positiv getesteter Hornhautspender

U. Sengler1 , O. Adams2 , R. Sundmacher1

Hintergrund: Laut Literatur sind jeweils etwa 1% der Spender in den westlichen Ländern seropositiv für Hepatitis B (HBs-Ag) und C. Es finden sich jedoch kaum Berichte über die Übertragung einer viralen Hepatitis durch eine perf. Keratoplastik. Dies gilt auch für die Zeit, als serologische Untersuchungen auf infektiöse Erkrankungen bei Hornhautspendern noch nicht routinemäßig durchgeführt wurden. In unserer Hornhautbank wurden in den Jahren 1995 bis 1999 zwischen 5 (HBV) und 3 (HCV) % der Hornhäute wegen auffälliger Spenderserologie nicht transplantiert. Bei ca. der Hälfte waren die serologischen Ergebnisse allerdings nur fraglich positiv. In dieser Studie sollte das Vorkommen von Hepatitis-Genomen in Hornhäuten und Organkulturmedien von Spendern mit positivem HBsAg- bzw. HCV-Ak-Nachweis im Serum untersucht werden.

Methoden: Untersucht wurden 36 Hornhäute von 20 Spendern mit HbsAg-Nachweis sowie 27 Hornhäute von 14 Spendern mit HCV-Ak-Nachweis i.S. Die Korneoskleralscheiben wurden in ein zentrales Trepanat (7 mm) und in den korneoskleralen Ring aufgeteilt und getrennt mittels Polymerase-Ketten-Reaktion (PCR) untersucht. Zusätzlich wurden die Organkultur-medien und Seren mittels PCR auf HBV-DNA und HCV-RNA getestet.

Ergebnisse: In den Kulturmedien konnten HBV-DNA oder HCV-RNA nicht nachgewiesen werden. In den Hornhäuten war HBV-DNA eben
Falls nicht nachweisbar, für HCV stehen die PCR-Ergebnisse derzeit noch aus.

Schlußfolgerung: Nach unseren Ergebnissen ist das Risiko einer Übertragung einer Hepatitis B oder C durch eine perf. Keratoplastik sehr gering. Bei fraglich seropositiven Spendern sollte die Möglichkeit einer Transplantation überdacht werden, bei sicher positiver Serologie werden wir das Spendergewebe auch weiterhin nicht transplantieren, das Vorkommen von Hepatitisgenomen in Korneoskleralscheiben aber untersuchen, bis wir in der Lage sind, das Risiko einer Übertragung verläßlicher zu beziffern als dies heute der Fall ist.

1 Lions-Hornhautbank NRW der Augenklinik

2 Institut für Med. Mikrobiologie und Virologie, Heinrich-Heine-Universität, Moorenstr. 5, D-40225 Düsseldorf



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