98. Jahrestagung der DOG 2000

K 673

Die PCR als sensitive Nachweismethode für Adenoviren bei der Keratokonjunktivitis epidemica

R. Kiel1, P. Schnitzler2, K. Rohrschneider1, S. Ebner1, F. von Weyhe1, F. E. Kruse1

Die Diagnosestellung der durch Adenoviren hervorgerufenen Keratokonjunktivits epidemica (KCE) ist zu Beginn aufgrund der unspezifischen Symptomatik häufig unsicher. Ziel dieser Studie war es daher, die Möglichkeit einer verbesserten Diagnosestellung durch einen DNA-Nachweis für Adenoviren mittels PCR zu kontrollieren.

Methoden: Bei Patienten mit der Verdachtsdiagnose KCE wurden neben der klinischen Untersuchung am Diagnosetag sowie nach 7, 14 und 21 Tagen Bindehautabstriche entnommen. Das dabei erhaltene Material wurde mittels der Polymerase-Ketten-Reaktion (PCR) auf Adenoviren untersucht, wobei eine 800bp lange Sequenz des Hexon-Gens amplifiziert wurde. Zusätzlich wurden Antigennachweis und Virusanzüchtung durchgeführt. Die Diagnose der KCE galt als gesichert, wenn zumindest eine dieser Untersuchungen positiv ausfiel.

Ergebnissse: Insgesamt wurden 65 Patienten mit Verdacht auf KCE untersucht. 33 (51%) davon zeigten im Verlauf subepitheliale Hornhautnummuli, die im Durchschnitt am 13. Tag (Spanne 8.-21.Tag) nach Beschwerdebeginn auftraten. Bei den Binde-hautabstrichen der Patienten mit Nummuli konnte bei 94% (31/33) eine akute Adenovirusinfektion nachgewiesen werden; dabei zeigten Unter-suchungen des House-keeping-Gens lediglich bei einem Patienten mit negativem Ergebnis eine unzureichende Menge an Zellmaterial. Die PCR (94%) zeigte im Vergleich zum Antigennachweis (53%) sowie zur Virusan-züchtung (50%) die höchste Sensitivität zur Detektion der Adenoviren.

Schlußfolgerung: Zusammenfassend konnte gezeigt werden, daß Untersuchungen von Zellmaterial von Bindehautabstichen mittels der PCR bereits in der Frühphase als sensitive, spezifische und schnelle Methode zur Diagnosesicherung der KCE dient. Eine Erhöhung der Sensitivität könnte durch eine verbesserte Probengewinnung beim Bindehautabstrich erfolgen.

Augenklinik1 und Abt. Virologie2, Hygiene-Institut der Universität Heidelberg, INF 400, D-69120 Heidelberg



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