98. Jahrestagung der DOG 2000

V 662

Perfusionsverhalten der Descemet’schen Membran beim Kaninchen

D. Spiegel, M. Schefthaler, K. Kobuch

Einleitung: Die Abflusswege, die durch eine Viscokanalostomie entstehen, sind bisher noch nicht sicher geklärt. Als einer der Hauptabflussmöglichkeiten wird die Diffusion durch die Descemet’sche Membran angenommen. Die vorliegende Studie untersucht die Durchflussrate durch die Descemet’sche Membran bei verschiedenen Drucken an Kaninchen.

Methoden: 51 isolierte Descemet’sche Membranen ohne Endothel von enukleierten Kaninchenaugen wurden in eine Minuth’sche Kammer (6,9 mm2) eingebracht. Unterschiedliche Drucke (20-50 mmHg) wurden an die eine Seite der Membran angelegt. Das System wurde mit BSS gefüllt. Nach 12 Stunden wurde die Gesamtmenge der Flüssigkeit, die durch das System floss, bestimmt, und die Durchflussrate bestimmt.

Ergebnisse: Unter 25 mmHg wurde eine Durchflussrate von weniger als 0,05 µl/min gemessen. Bei Drücken von 25 – 50 mmHg konnten Durchflussraten zwischen 0,04 – 0,15 µl bestimmt werden.

Diskussion: Die Descemet’sche Membran stellt eine hohe Perfusionsbarriere beim Kaninchenauge dar. Um die gesamte Kammerwasserbildung von 3 µl/min über die Descemet’sche Membran abfließen zu lassen, würde die Gesamtfläche der Cornea benötigt. Falls diese Ergebnisse auch beim Menschen anwendbar sind, spricht dies für andere zusätzliche Abflusswege als die Descemet’sche Membran bei der Viscokanalostomie.

Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde der Universität Regensburg, Franz-Josef-Strauß-Allee 11, D-93047 Regensburg

 


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