98. Jahrestagung der DOG 2000

P 651

Morphometrischer Vergleich mit dem Laser-Scanning-Tomographen von Papillen mit Hoch- und Normaldruckglaukom

C. Y. Mardin, W. M. Budde, A. Jünemann, J. B. Jonas

Einleitung: Das Ziel dieser Studie war es, die Papillenmorphometrie Unter-schiede bei Hoch- (HOWG, IOD>21 mmHg) und Normaldruckglaukomen (NOWG, IOD<22 mmHg) unabhängig von der Papillengröße mit einem Laser-Scanning-Tomographen (HRT, Heidelberg Instruments) zu unter-suchen.

Patienten und Methoden: Nach statistischer Angleichung der Gruppen nach der Papillenfläche und dem mittleren perimetrischen Defekt konnten 42 Patienten mit HOWG (Alter 51,7± 12,1a; max. IOD 30,4± 7,9 mmHg) und 42 NOWG-Patienten (Alter 55,4± 12,3a; max. IOD 20,2± 1,8 mmHg)wurden aus dem Erlanger Glaukomregister eingeschlossen werden. 24h-IOD Profile, statische Perimetrie (Octopus, G1), Gonioskopie, und die Auswertung von 15°- Stereophotos der Papille wurden zur Diagnosefestlegung verwandt. Die Morphometrie der Papille wurde mit dem HRT durchgeführt (Version 2.01, Mittelung aus drei Einzelaufnahmen). Fläche und Volumen des neuroretinalen Randsaums (NRR) und der Exkavation, die Steilheit der Exkavation, die Exkavationstiefe und die Höhe der retinalen Nervenfaserschicht wurden gesamt und in vier Sektoren vermessen. Für die statistische Auswertung wurde pro Patient das jeweils schlechtere Auge verwendet.

Ergebnisse: In Augen mit NOWG waren das Volumen des NRR (p=0,01) und die Höhe der retinalen Nervenfaserschicht im unteren Sektor (p=0,02) signifikant geringer als in Augen mit HOWG. In Augen mit HOWG war die maximale Exkavationstiefe im unteren Sektor signifikant tiefer (p=0,03), während sich in der durchschnittlichen Gesamttiefe der Exkavation keine signifikanten Unterschiede fanden. Alle anderen Variablen unterschieden sich in ihren Messwerten statistisch nicht in den untersuchten Gruppen.

Diskussion: Diese Befunde unterstützen die Beobachtung, daß Augen mit NOWG in höherem Maße eine Kerbenbildung im unteren Sektor mit tieferen Gesichstsfeldskotomen in der oberen Hemisphäre zeigen als HOWG. Die ophthalmoskopische Beobachtung, daß Exkavationen von NOWG und HOWG gleich tief und steil erscheinen scheint durch die zwei-und dreidimensionalen Messungen dieser Studie bestätigt zu werden.

Augenklinik mit Poliklinik Universität Erlangen-Nürnberg, D-91054 Erlangen, Schwabachanlage 6.

Unterstützt durch DFG (SFB 539)



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