98. Jahrestagung der DOG 2000

V 649

Die Apoptose-Rezeptoren TRAMP und TRAIL werden in humanen Linsenepithelien exprimiert

J. F. Jordan, N. Kociok, J. M. Esser, T. T. Luther, P. Esser, G. K. Krieglstein

Einleitung: Apoptose ist ein physiologischer und gleichzeitig energieverbrauchender Prozess. Der programmierte Zelltod wird durch extrazelluläre Todesliganden iniziiert, die spezifisch an bestimmte Rezeptoren binden und somit eine intrazelluläre Signalkaskade auslösen, die letztendlich, ohne Entzündungsreaktion, im Tod der Zelle resultiert.

Methoden: Humane Linsenepithelien wurden von Linsen-Vorderkapseln während der Cataract-Chirurgie gewonnen. Das Gewebe wurde sofort in TRI-Reagenz überführt und gefroren. Die Gesamt-mRNA wurde mittels Phenolextraktion isoliert und anschliessend revers transkribiert. Die Expression von FasL/Fas, Apo-3L/TRAMP und TRAIL/TRAIL-R1-4 wurde mittels RT-PCR untersucht. Die Amplifikationsprodukte wurden durch Gelelektrophorese aufgetrennt und mit Ethidiumbromid angefärbt.

Ergebnisse: Eine spezifische Bande für die jeweils korrespondierenden Primer konnte in allen Proben humaner Linsenepithelien für Fas und FasL, aber auch für neu entdeckte Todesrezeptoren und –Liganden aus der TNF-Superfamilie, wie zum Beispiel das TNF-receptor related apoptosis-mediating protein (TRAMP) und seinen Liganden Apo-3L, sowie für die TNF-related apoptosis-inducing ligand (TRAIL, APO-2) -Rezeptoren 2 und 3 nachgewiesen werden.

Diskussion: Es konnte die Expression mehrerer Apoptose-mediierender Liganden und Rezeptoren in humanen Linsenepithelien nachgewiesen werden. Die Expression dieser Proteine könnnte eine wichtige Rolle spielen bei therapeutischen Überlegungen bezüglich der Prävention und/oder Therapie des Nachstars. Da die Linsenepithelien post Cataract-Chirurgie eine schnell proliferierende und dabei sich transformierende Zellpopulation zu sein scheinen, könnten sie einen sehr guten Ansatzpunkt für die proapoptotischen Effekte bestimmter Apoptose-mediierender Proteine darstellen.

Diese Arbeit wurde unterstützt von der Retinovit-Stiftung und der DFG (ES 82/5-3)

Zentrum für Augenheilkunde, Universität zu Köln, Joseph-Stelzmann-Str. 9, 50931 Köln



Zurück