98. Jahrestagung der DOG 2000

P 645

Rezidivierender Nachstar nach YAG-Kapsulotomie bei Pseudophakie mit PMMA-IOL und asteroider Hyalose

S. D. Schulze, W. Sekundo

Hintergrund: Über erneute Proliferationen des Linsenepithels an der Rückfläche von Intraokularlinsen aus PMMA nach erfolgter YAG-Kapsulotomie finden sich in der Literatur kaum Hinweise.

Kasuistik: Im Juli 1999 erfolgte die Vorstellung einer 73jährigen Patientin zur Vitrektomie bei asteroider Hyalose. Die Vorgeschichte zeigte eine Pseudophakie seit 4/94 (Allergan PC64CNB PMMA-IOL) bei Cataracta senilis, chronischem Offenwinkelglaukom und Synchisis nivea am linken Auge. Visus präoperativ 0,4, postoperativ 0,5, Retinometervisus 0,8. Nach 3 Jahren wurde bei einem Visus von 0,3 eine YAG-Kapsulotomie erfolgreich durchgeführt. Der nach der Kapsulotomie wieder angestiegene Visus war bei der jetzigen Wiedervorstellung erneut auf 0,3 reduziert. Bei einem reizfreien Auge war die PMMA-IOL im Kapselsack zentriert, es bestand eine große zentrale Lücke der Hinterkapsel nach YAG-Kapsulotomie. Eine feine Membran aus Linsenepithelien erstreckte sich über die Rückfläche der IOL. Die Eröffnung der regeneratorischen Membran mittel Nd:YAG-Laser erbrachte einen Visusanstieg auf 0,6.

Zusammenfassung: Im vorliegenden Fall zeigte sich eine seltene rezidivierende Epithelregeneration auf der Rückfläche einer PMMA-IOL nach YAG-Kapsulotomie. Ein Zusammenhang mit der Synchisis nivea soll diskutiert werden.

Medizinisches Zentrum für Augenheilkunde, Philipps-Universität Marburg, Robert-Koch-Str. 4, D-35033 Marburg



Zurück