98. Jahrestagung der DOG 2000

P 644

Niedrig dosierte ß-Strahlung zur Nachstarprophylaxe
in vivo

A. M. H. Foerster1, B. Huppertz1, H.-R. Koch, K. Camphausen2, A Lappas1, B Kirchhof1, A. M. Joussen1,2
Der regeneratorische Nachstar führt zu einem sekundären Visusverlust nach einer Kataraktoperation. In der Vergangenheit sind verschiedene pharmakologische Methoden vorgestellt worden, die jedoch durch einen Diffusionsschaden des Hornhautendothels häufig für die klinische Anwendung ungeeignet waren. In dieser Studie berichten wir über die Anwendung eines ß-Strahlung emmitierenden Kaspelspannringes zur Nachstarprophylaxe.

Methodik: Phosphor 32- aktivierte PMMA Ringe wurden nach der PhakoemulsifIkation in den Kapselsack von NZW Kaninchen implantiert. Nach einer klinischen Beobachtungszeit von 12 Wochen wurde die Nachstarrate histologisch untersucht. Die Wirkung der Strahlung auf die umgebenden okulären Strukturen wurde mittels TUNEL Assay und den Proliferationsmarkern PCNA und Mib-1 untersucht.

Ergebnisse: Durch die Implantation eines P-32 aktivierten Kapselsannringes konnte die Linsenepithelzellproliferation und die Nachstarbildung signifikant vermindert werden. Fibrotische Veränderungen wurden hingegen nicht vollständig verhindert. Die histologische Untersuchung lieferte keine Hinweise für eine Schädigung des Ziliarkörpers oder des Hornhautendothels.

Schlußfolgerung: Niedrig dosierte ß-Strahlung kann die Proliferation von Linsenepithelzellen in vivo verhindern und scheint zur lokalen Nachstarprophylaxe geeignet. Weitere Untersuchungen sollen verschiedene N uklide und ihr biologisches Profil zur Optimierung der Parameter für eine Nachstarprophylaxe untersuchen.

1Augenklinik der RWTH Aachen, Pauwelsstr. 30, D-52057 Aachen

2Children's Hospital, Harvard Medical School, Boston MA, USA

(DFG Jo 324/2-1. START 2000-1 Jou, RWTH Aachen)



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