98. Jahrestagung der DOG 2000

P 627

Aufbau einer ophthalmopathologischen Datenbank mit einem SPSS-Multiresponse-Programm anhand von Daten zu Ätiologien und Anlässen bei 1023 Enukleationen 1986-1996

H. Becker, U. Schaudig, D. v. Domarus

Einleitung: Die Entwicklung einer ophthalmopathologischen Datenbank mit einem mehrstelligen Datencode soll klinisch-pathologische Rückschlüsse und Korrelationen von Diagnosen und Befunden anhand von klinischen (Mehrfach)anlässen und pathologischen -ätiologien ermöglichen, sowie Neuzugänge einfach erfassen helfen.

Material und Methoden: Von 20.01.1975-12.12.1996 wurden im histopa-thologischen Labor der Augenklinik 2890 Bulbi von Patienten untersucht, von denen 1023 von 12/1986-12/1996 für die Erstellung einer Datenbank ausgewertet wurden. 565 Bulbi stammten aus dem UKE, der Rest aus den AKs Altona, Barmbek, Heidberg, Bergedorf, St. Georg und dem Marien-krankenhaus.

Ergebnisse: Die Daten wurden mit einem SPSS-Programm im Multi-response-Verfahren analysiert. 798 unterschiedliche Diagnosen/Befunde wurden korreliert. Aus den im Durchschnitt mit 11 Diagnosen/Befunden beschriebenen Fällen ergaben sich 11198 Nennungen. Korrelationen der ätiologischen Hauptgruppeen wurden bei 270 Verletzungen, 211 Tumoren, 42 Glaukome, 91 Amotio, Entzündungen (3 Sepsis, 110 Uveitiden, 77 Keratitiden, 56 Endophthalmitiden), 67 Gefäßerkrankungen und anderen durchgeführt. Mehr als ein klinischer Anlaß zur Enukleation lag bei 185 Bulbi vor (ausgenommen 310x Schmerzen als Anlaß). Mehr als eine histologische Ätiologie lag bei 240 Fällen vor. Die Darstellung der Komple-xität auch seltener Befundungen und deren Einbindung in eine übergeordnete Struktur kann mit der erarbeiteten Datenbank gelingen. Eine chronologische und demographische Darstellung von Enukleations-ursachen ist so mit ihrer Hilfe möglich.

Diskussion: Basierend auf den Einzelstudien von Portwich und Naumann ist mit Hilfe des vorgestellten ophthalmopathologischen Datenbanksystems eine vergleichende Untersuchung zu Enukleationsätiologien und -anlässen verschiedener Kliniken einer Region möglich.

Augenklinik mit Poliklinik des Universitäts-Krankenhauses Eppendorf



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