98. Jahrestagung der DOG 2000

K 624

Endophthalmitisfälle im Großraum Hannover (1992 – 1999)

D. Brockmann, F. Sistani, R. Winter

Einleitung: Die Endophthalmitis ist bisher nicht vollständig beherrscht. Die Behandlung wird in der Literatur nach wie vor kontrovers diskutiert. 63 Fälle von postoperativer sowie 11 Fälle von endogener Endophthalmitis wurden retrospektiv untersucht.

Patienten und Methoden: 63 Patienten mit postoperativer Endophthal-mitis sowie 11 endogene Endophthalmitiden wurden unserer Augenklinik zwischen 1992 und 1999 zugewiesen. Anamnese, Vorerkrankungen, Behandlungsschema, prä- und postoperativer Visus sowie mikrobiologische Untersuchungen wurden evaluiert.

Ergebnisse: 2/3 der postoperativen Fälle zeigten einen akuten, 1/3 einen subakuten Verlauf. Das Operationsspektrum umfaßte Phakoemulsifikation, ECCE, ICCE mit Aphakie, PPV, Ventilimplantation und gedeckte Goniotrepanation. Eine Häufung von begünstigenden Allgemein-erkrankungen gab es in unserem Kollektiv nicht. Es erfolgte eine mikrobiologische Untersuchung von Bindehautabstrich, Vorderkammerpunktat und Glaskörperpunktat. Dabei konnte im Glaskörperpunktat der sicherste Keimnachweis geführt werden. Als Erreger wurden Staphylokokken, Enterokokken, Streptokokken, Corynebakterien, Propionibakterien und Hämophilus spec. nachgewiesen. Das Spektrum unterschied sich in den Untergruppen. Die endogenen Endophthalmitiden wurden fast ausschließlich von Hefen verursacht und hatten einen ungünstigeren Verlauf. Das Visusergebnis war abhängig vom Ausgangsvisus zur Zeit der Diagnosestellung, von dem auch das Therapieregime abhängig gemacht wurde. In ca.80 % der Fälle wurde möglichst vollständig vitrektomiert und Antibiotika bzw. Antimykotika instilliert, 20% wurden konservativ behandelt.

Diskussion: Die Endophthalmitis bleibt trotz sinkender Inzidenz ein ernstzunehmendes ophthalmologisches Krankheitsbild. Die Ergebnisse einer Therapie sind abhängig vom Ausgangsvisus und Keimvirulenz. In unserem Kollektiv schien die frühzeitige Vitrektomie mit intravitrealer Medikamenteninstillation den Verlauf zu begünstigen.

Augenklinik der Medizinischen Hochschule Hannover, Carl-Neuberg-Str.1, D-30625 Hannover



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