98. Jahrestagung der DOG 2000

P 602

Einfluss von Tränenqualität und -quantität auf Ablagerungen auf weichen Kontaktlinsen

J. Stahn, U. Fiedler, W. Behrens-Baumann

Einleitung: Bei Trägern weicher Kontaktlinsen (KL) treten nicht selten Unverträglichkeitsprobleme auf. Bei ihnen sind oft Ablagerungen auf den KL zu finden, die wahrscheinlich aus dem Tränenfilm stammen. Ziel dieser Arbeit war es, die Ablagerungen auf weichen KL unter Berücksichtigung der Tränensekretion zu erfassen.

Methoden: Untersucht wurden Träger weicher KL hinsichtlich ihres Tränenfilms. Dabei wurden 22 Probanden in der Kontrollgruppe (KG) mit normalem Tränenfilm (Schirmer I>15mm; BUT>10sec) und 21 Probanden in einer Siccagruppe (SG) mit pathologischem Tränenfilm (Schirmer I<15mm; BUT<10sec) eingeschlossen. Alle Probanden verwendeten das gleiche KL-Pflegemittel, die Sicca-Probanden zusätzlich ein Tränenersatzmittel. Über einen Zeitraum von 12 Monaten wurde das Auftreten von Ablagerungen auf den KL mittels Dunkelfeldmikroskopie bewertet. Außerdem untersuchten wir Bindehautabstriche und KL-Aufbewahrungsbehälter auf mikrobiologische Kontamination und befragten die Probanden nach Tragedauer und -komfort.

Ergebnisse: In der KG waren bei insgesamt 10 Probanden zum Teil ausgeprägte Ablagerungen auf den KL nachzuweisen, während diese in der SG in 6 Fällen auftraten. Die Ablagerungen befanden sich zum Teil im Gravurbereich, zum Teil waren es aber auch geografische Ablagerungen. Aufgrund der ausgeprägten KL-Ablagerungen musste in der KG in 2 Fällen die Studie vorzeitig beendet werden. Die mikrobiologischen Untersuchungen ergaben keinen Zusammenhang zwischen Ablagerungen und bakterieller Kontamination von Bindehaut und/oder KL-Aufbewahrungsbehälter. Insgesamt klagten die Probanden der SG häufiger über Trockenheit und Fremdkörpergefühl (6 vs. 2 Patienten). So führten bei der SG in 2 Fällen ausgeprägte subjektive Beschwerden zum vorzeitigen Studienabbruch. Die KG trug ihre KL durchschnittlich 76,0 Stunden/Woche (100%), die SG jedoch nur 53,5 Stunden/Woche (70,3%).

Schlussfolgerungen: Die geringere Häufigkeit von Ablagerungen auf den KL in der SG führen wir darauf zurück, daß auf Grund der kürzeren Tragedauer in dieser Gruppe auch eine kürzere Expositionszeit der KL mit dem Tränenfilm resultiert. Der Tragekomfort von weichen KL ist unter anderem von einer ausreichenden und suffizienten Benetzung der Hornhaut und KL abhängig. Nur geringfügige Ablagerungen auf den KL wirken sich nicht nachteilig auf den Tragekomfort aus.

Universitätsaugenklinik der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Leipziger Str. 44, D-39120 Magdeburg


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