98. Jahrestagung der DOG 2000

K 594

VEGF und VEGF-Rezeptoren in Pterygien: Immunhistochemische Lokalisation und Western-Blot-Analyse

M. Schellenbeck1, N. Anders1, J. S. Jürgensen2, C. Hartmann1, H. Baatz1

Einleitung: Vascular endothelial growth factor (VEGF) ist ein angiogenes Zytokin, dass bei neovaskulären Erkrankungen des Auges nachgewiesen wurde. Bei der Pathogenese des Pterygiums wird eine fibrovaskuläre Komponente diskutiert. Wir untersuchten die Expression von VEGF und die Lokalisation seiner Tyrosin-Kinase Rezeptorproteine flk-1 und flt-1 in Pterygien und normaler Bindehaut.

Methoden: Die Expression von VEGF wurde mittels Western Blot mit anti-VEGF Antikörper (Ak, RD Inc.) nachgewiesen. Untersucht wurden tiefgefrorene Gewebeproben von primären Pterygien und normaler bulbärer Konjunktiva. Fünfzehn Pterygien von dreizehn Patienten und sieben normale Bindehautbiopsien gleichalter Patienten wurden mit einem monoklonalen Maus-Ak gegen VEGF, flk-1 Maus mAk und polyklonalem Ziege Ak gegen flt-1 untersucht (Santa Cruz Biotechnology Inc.).

Ergebnisse: Die Western Blot Analyse der Lysate primärer Pterygien zeigten eine Expression von VEGF. Die immunhistologischen Untersuchungen ergaben eine positive Färbung für VEGF im Pterygiumgewebe mit intensiver Färbung in Basalzellen und mäßiger Färbung in oberflächlichen Zellschichten. VEGF Protein war im Zytoplasma und auf Zelloberflächen nachweisbar. Außerdem zeigten Pterygien eine intensive Färbung mit flk-1 and flt-1 in den Basalzellen und schwache Färbung in oberflächlichen Zelllagen. Flk-1 und flt-1 Ak waren mit der Zellmembran assoziiert. Immunfärbung normaler Konjunktiva zeigte keine Nachweisbarkeit von VEGF, flk-1 und flt-1. Negativkontrollen ergaben keine Anfärbung von Pterygien oder Bindhautkontrollen.

Diskussion: Unsere Untersuchungen zeigen, dass VEGF und VEGF-Rezeptoren in Pterygien nachweisbar sind. Diese Ergebnisse sprechen für eine Beteiligung von VEGF bei der Entstehung von Pterygien. Damit wird das Konzept einer fibrovaskulären Störung gegenüber einer degenerativen Pathogenese unterstützt. Spezifische antiangiogene Wirkstoffe könnten in Zukunft eine therapeutische Alternative in der Behandlung des Pterygiums darstellen.

1Augenklinik und 2Klinik für Nephrologie der Charité, Humboldt Universität, Augustenburger Platz 1, D-13353 Berlin



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