98. Jahrestagung der DOG 2000

K 591

Erste Ergebnisse der in-vivo-Darstellung von kornealen Strukturen mit einem modifizierten HEIDELBERG RETINA TOMOGRAPHEN (HRT) durch Adaptierung einer computer-gesteuerten Objektivvorrichtung

J. Stave, R. Guthoff, G. Zinser

Einleitung: Unser Ziel war es herauzufinden, ob es möglich ist, den HEIDELBERG RETINA TOMOGRAPHEN (HRT) der Fa. Heidelberg Engineering GmbH (Deutschland) durch Adaptierung einer computer-gesteuerten Scanning-Objektivvorrichtung in ein kofokales Laser Scanning Mikroskop zur in vivo Darstellung der vorderen Augenabschnitte zu verändern. Während der kontrollierten Verschiebung der Fokusebene durch die Kornea sollen die Scanning-Bildsequenzen durch den Einsatz einer Bildverarbeitungs-Software zur automatischen Quantifizierung der Keratozytendichte und 3D-Rekonstruktion aller kornealen Strukturen benutzt werden.

Methoden: Der HRT wurde durch einen von einem externen PC gesteuerten hydraulichen Linearscanner zur Verschiebung der Fokusebene in der Kornea (HaSoTec, Nikon Mikromanipulator) kombiniert mit einem Wasserkontakt-Objektiv ( ZEISS, 40x-0.65) erweitert, mit der Aufgabe, den Laser des HRT auf die vorderen Augenabschnitte zu fokussieren. Im PC werden die Bildsequenzen gespeichert. Die digitale Analyse übernimmt im off-line Verfahren eine spezielle Bildverarbeitungs-Software (HaSoTec, CHEMOTAXIS). Unterschiedliche Objektive in Kombination mit Zoom-Linsen ermöglichen eine Vergrößerung bis zu 1000-fach.

Ergebnisse: Erste Experimente zeigten die Möglichkeit der konfokalen Abbildung der Strukturen der Kornea ohne Verlust der ursprünglichen Funktion des HRT. Wir untersuchten in vitro Schweine- und Human-Korneae sowie in vivo die Kornea augengesunder Probanden mit guten Ergebnissen. Die Ausleuchtung der Bilder ist besser als bei der Technik mit dem sog. „fliegenden Spalt" der üblichen konfokalen Mikroskope.

Diskussion: Dieses modifizierte konfokale Mikroskop gestattet eine Echtzeitabbildung mit hohem Kontrast und guter Auflösung im Kontakt- und Nichtkontaktverfahren. Eine qualitative und quantitative Prüfung dünner Schichten der Kornea z.B. nach einer LASIK ist möglich.

Augenklinik, Universität Rostock, Doberaner Str. 140, D-18055 Rostock



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