98. Jahrestagung der DOG 2000

VV 59

Gesteigerte Erfolgsraten der Viskokanalostomie durch intensive postoperative Nachsorge

S. Schüller

Einleitung: Die geringere Rate postoperativer Komplikationen sowie die einfachere postoperative Nachbetreuung werden als wesentliche Vorteile der Viskokanalostomie gegenüber der Trabekulektomie genannt. Vielen Studien zufolge ist jedoch die Senkung des Augeninnendrucks nach Viskokanalostomien geringer als nach Trabekulektomien. Eine intensive postoperative Nachsorge könnte die Erfolgsrate der Viskokanalostomie bei kaukasischen Patienten mit chronischen Glaukomen verbessern.

Methoden: 50 Augen von Patienten mit fortgeschrittenen, therapierefraktären Glaukomerkrankungen (teilweise Glaukome bei Neovaskularisation, Uveitis, Aphakie oder Pemphigoid, durchschnittlich 1,5+0,8 Voroperationen) wurden mittels Viskokanalostomie nach Stegman operiert. Der postoperative Beobachtungszeitraum betrug 12+5 Monate. Analog zur gängigen Nachsorge nach Trabekulektomien wurde der postoperative Heilungsverlauf engmaschig durch den Operateur kontrolliert und dokumentiert; neben intensiver topischer antiinflammatorischer Therapie (Prednisolon-Acetat 1% stündlich) wurde bei Bedarf 5-Fluoruracil subkonjunktival verabreicht.

Resultate: Der Augeninnendruck sank von 30,5+6,9 mm Hg präoperativ auf 16,5+7,1 mm Hg. Die Anzahl der antiglaukomatösen Medikamente minderte sich von durchschnittlich 2,4 auf 0,4; über 80 % der Augen benötigten dauerhaft keine drucksenkenden Medikamente zum Erreichen eines Zieldrucks von maximal 19 mm Hg.

Schlussfolgerung: In Kombination mit einer intensiven postoperativen Nachsorge erreicht die Viskokanalostomie eine Senkung des Augeninnendrucks um rund 50 %. bei sehr niedriger postoperativer Komplikationsrate in einem Patientengut mit fortgeschrittenen und teilweise prognostisch ungünstigen Glaukomerkrankungen.

Augenklinik Minden, Pöttcherstr. 10 – 12, D – 32423 Minden



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