98. Jahrestagung der DOG 2000

P 587

Zytologie und DNA-Bild-Zytometrie als diagnostische Hilfsmittel bei primär fehlgedeuteten Plattenepithel-„Maskerade"-Karzinomen der Bindehaut

O. Cartsburg1, R. Sundmacher1, N. Pomjanski2, A. Böcking2

Einleitung: Plattenepithel-Karzinome sind die häufigsten konjunktivalen Malignome. Sie wachsen meist limbusnah und häufig unter Ausbreitung auf die Hornhaut. Klinisch können sie mit anderen Hornhautveränderungen verwechselt werden. Eine sichere und dennoch einfache nichtinvasive Methode zur diagnostischen Unterstützung ist in diesen Fällen wünschens-wert. Ziel war es, anhand 3 besonderer Fälle diagnostische Schwierigkeiten darzustellen und aufzuzeigen, daß die neuere DNA-Bild-Zytometrie die älteren Diagnoseverfahren, wie Zytologie und Histologie wesentlich ergänzt und ihre Aussagekraft verstärkt.

Methoden: Bei 3 Patienten wurde aufgrund unklarer Hornhauttrübungen (Verdacht auf 1. atopische Keratitis, 2. Herpeskeratitis, 3. Cogan-Keratitis) eine perforierende Keratoplastik (pKP) durchgeführt. Die entnommenen Hornhäute wurden histologisch untersucht. Postoperativ (in einem Fall auch präoperativ) wurden Hornhaut und Bindehaut am Patienten mittels Bürstenabrasio zytologisch- und DNA-zytometrisch untersucht.

Ergebnisse: Postoperativ ließ sich in allen drei entnommenen Hornhäuten histologisch ein nichtinvasives Plattenepithel-Karzinom nachweisen. In allen Fällen passte die Diagnose nicht zum klinischen Bild. Unmittelbar nach Einführung der DNA-Zytometrie als neues Diagnoseverfahren konnte ein Plattenepithel-Karzinom postoperativ mittels Bürstenabrasio im Bereich der Wirtshornhaut in 2 Fällen zytologisch und zytometrisch durch Nachweis einer DNA-Aneuploidie bestätigt werden. Im 3. Fall wurde bereits präoperativ zytologisch und zytometrisch eine Plattenepithel-Dysplasie gefunden.

Schlussfolgerung: Die DNA-Bild-Zytometrie ist ein nichtinvasives, sicheres und einfaches Verfahren zur Beurteilung konjunktivaler und kornealer Epithelzellveränderungen. Durch Messung des DNA-Gehaltes der auffälligen Zellen ermöglicht sie, unspezifische Zellveränderungen von malignen Zellveränderungen abzugrenzen und ist deshalb eine wertvolle Ergänzung der bereits etablierten Zytologie, ganz besonders auch zur nachfolgenden Therapie- und Rezidivkontrolle.

1Universitäts-Augenklinik und 2Institut für Cytopathologie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Moorenstr. 5, D - 40225 Düsseldorf



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