98. Jahrestagung der DOG 2000

P 585

Immunhistochemische Charakterisierung der Descemet-Membran bei Fuchs-Hornhautdystrophie und PEX-Keratopathie

T. Hammer, U. Schlötzer-Schrehardt, G. O. H. Naumann

Hintergrund: Sowohl die Fuchs-Endotheldystrophie (ED) als auch die im Rahmen des Pseudoexfoliations (PEX) -Syndroms auftretende corneale Endotheliopathie gehen mit der Produktion und Ablagerung eines abnormalen extrazellulären Materials auf der Descemet-Membran (DM) einher. Ziel dieser Studie war es mit immunhistochemischen Methoden auf lichtmikroskopischer Ebene Unterschiede in der Zusammensetzung des abgelagerten Materials aufzuzeigen, um die histopathologische Differentialdiagnose zu erleichtern.

Material und Methoden: Es standen je 5 Hornhäute mit Fuchs-ED, mit PEX-Keratopathie und als Kontrollgewebe 5 normale Spenderhornhäute zur Verfügung. Für die immunfluoreszenzmikroskopischen Unter-suchungen kamen 29 Antikörper gegen extrazelluläre Matrixkomponenten, wie Kollagene, Proteoglykane, Basalmembrankomponenten und elastische Faserkomponenten zur Anwendung.

Ergebnisse: Sowohl bei der Fuchs-ED als auch bei der PEX-Keratopathie kann der normalen DM aufgelagertes abnormales BM-Material und eine lockere fibrilläre Schicht sichtbar sein. Im Unterschied zu den normalen Hornhäuten konnten bei Fuchs-ED und PEX-Keratopathie im prä-descemetalen Stroma: die elastischen Mikrofibrillenkomponenten LTBP-1, b ig-h3 und in der fibrillären Schicht LTBP-1, MAGP-1, Fibrillin-1 und -2 sowie Heparansulfat nachgewiesen werden. Abgesehen von einer stärkeren Expression von Fibrillin-1 bei Hornhäuten mit PEX-Keratopathie waren keine qualitativen Unterschiede in der Zusammensetzung der DM-Auflagerungen bei Fuchs-ED und PEX-Keratopathie nachweisbar.

Zusammenfassung: Das Hornhautendothel produziert im Rahmen der Fuchs-ED und der PEX-Keratopathie ein abnormales extrazelluläres Material, welches sich v.a. mit Markern gegen elastische Mikrofibrillen charakterisieren läßt. Anhand immunhistochemischer Untersuchungen auf lichtmikroskopischer Ebene allein ist jedoch keine sichere Unterscheidung zwischen beiden Krankheitsbildern möglich.

Augenklinik mit Poliklinik der Universität Erlangen-Nürnberg, Schwabachanlage 6, D-91054 Erlangen



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