98. Jahrestagung der DOG 2000

P 584

Frühe postmortale rasterelektronenmikroskopische Veränderungen am Schweinehornhautendothel

G. Jendral1, R. Kinzel2, R. Hanschke3, F. Wilhelm4

Einleitung: Wegen der biologischen Nähe zum Menschen, der vergleich-baren Größenverhältnisse und der relativ guten Verfügbarkeit werden Schweineaugen häufig zu experimentellen Studien herangezogen. Bei Experimenten mit rasterelektronischer Untersuchung der Hornhaut- und insbesondere der Endothelveränderungen werden früh postmortem ent-standene Veränderungen jedoch oft vernachlässigt, bzw. finden die Tod – Enukleationszeit sowie die Enukleations – Präparationszeit selten Erwähnung.

Material und Methode: In der vorliegenden Studie werden diese Ver-änderungen zu verschiedenen postmortalen Zeitpunkten, begonnen mit der Zeit 0 - d.h. direkte Enukleation nach Schlachtung und sofortige Prä-paration noch am Schlachtort – rasterelektronenmikroskopisch nach Fixierung mit Glutaraldehyd und Kritische-Punkt-Trocknung untersucht. Die Beurteilung der Proben erfolgte anhand eines zuvor festgelegten Punktescores.

Ergebnisse: Es zeigt sich, dass bereits nach wenigen Minuten postmortem erste Endothelveränderungen auftraten, die mit zunehmender Zeit ausgeprägter wurden. Hierzu zählen zunehmend auftretende Porenbildung in der Zellmembran mit Reduktion der Mikrovilli, pyknotische Veränderungen des Zellkerns sowie Vergröberung der Zellgrenzen bis zur Dehiszenz der Zellverbindungen.

Schlußfolgerung: Bei rasterelektronischen Untersuchungen von Endothelveränderungen an Schweinehornhäuten sollten auf jeden Fall die Tod – Enukleationszeit sowie die Enukleations – Präparationszeit mit angegeben und die in dieser Zeit auftretenden Veränderungen unbedingt berücksichtigt werden.

1Augenklinik, E-M-Arndt-Univ., Rubenowstr. 2, D - 17487 Greifswald

2Univ.-Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie 17489 Greifswald

3Univ.-Labor für Elektronenmikroskopie, 17487 Greifswald

4Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde, 05097 Halle



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