98. Jahrestagung der DOG 2000

R 581

Limbale Relaxationsinzisionen (LRI)

E. Fabian

Einleitung: Die Kleinschnitt-kataraktchirurgie hat sich zu einer vorhersagbaren astigmatismusneutralen Chirurgie entwickelt. Die sphährische Korrektion mit intraokularen Linsen ist dank gut vorhersagbarer Biometrien sehr präzise. Die limbale Relaxationsinzision ist eine Möglichkeit, um präexistente oder operativ induzierte Astigmatismen mittleren Grades zu korrigieren.

Methoden: Im Rahmen einer prospektiven Studie mit 30 Patienten ( Gruppe I: 20 Patienten mit präexistentem Astigmatismus, Gruppe II: 10 Patienten mit induziertem Astigmatismus) wurde eine LRI durchgeführt. Astigmatismen von –1,00 bis –3,75 wurden korrigiert. Die Anzahl und Länge (1 oder 2 Inzisionen, 6 oder 8mm lang, 6-700 µ tief) richtet sich nach der Höhe, die Lokalisation (in der steilen Achse des +Zylinders) richtet sich nach der Lage des Astigmatismus (Gills Nomogramm). Nach der Astigmatismuskorrektur wurde die Kataraktchirurgie (Tropfanästhesie, U/S-Phakoemulsifikation mit 3 mm Schnitt, Faltlinsenimplantation) durchgeführt.

Ergebnisse: Der durchschnittliche prä-operative Astigmatismus lag bei –1,75 dpt (-1,75 bis –3,50 dpt). Der Astigmatismus konnte durchschnittlich um 1,50 dpt reduziert werden. Es traten keine Änderungen der Achslage auf.

Diskussion: Limbale und arcuate relaxierende Inzisionen haben sich zur Korrektur kleiner und mittlerer kornealer Astigmatismen als sicher und reproduzierbar erwiesen. Mit den vorgeschlagenen Korrekturwerten (Gills) bleibt zumeist ein kleiner Restastigmatismus bestehen. Höhere Grade von Astigmatismen können mit zusätzlichen cornealen Inzisionen (CRI) korrigiert werden. Die LRI zeichnen sich dadurch aus, daß sie einfach durchzuführen sind, ein äußerst geringes Komplikations- und Nebenwirkungspotential aufweisen und einen geringen Instrumentalen Aufwand benötigen.

AugenCentrum Luitpoldhaus, Bahnhofstraße 12, D- 83022 Rosenheim



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