98. Jahrestagung der DOG 2000

P 565

Refraktionsentwicklung nach IOL-Implantation im Kindesalter

K. Vanselow, C. Rosenkranz, O. E. Schnaudigel, N. Stärk, A. Zubcov

Einleitung: Bei der Wahl der Intraokularlinse im Kindesalter muß dem noch wachsenden Auge Rechnung getragen werden, um im Erwachsenenalter sowohl ein gutes Sehvermögen als auch Emmetropie zu erreichen.

Methoden: Die retrospektive Studie wertet die postoperativen Refraktionsverläufe von 52 pseudophaken Augen über einen mittleren Beobachtungszeitraum von 3 Jahren (6 Monate bis 7 Jahre) aus. Je 14 Operationen wurden im Alter von 3-4 (Zielrefraktion +3dpt bzw. +2dpt) und 5-6 Jahren (Zielrefraktion +1dpt bzw. Emmetropie), je 12 im Alter von 7-8 und ³ 9 Jahren durchgeführt. Die statistische Auswertung erfolgte mit dem U-Test.

Ergebnisse: In den Altersgruppen 3-4 und 5-6 Jahre lag die mittlere Refraktion 3 Wochen postoperativ bereits bei –1.0 bzw. –1.7dpt und zeigte während der folgenden 4 Jahre einen weiteren Trend Richtung Myopie, welcher jedoch nur bei der Altersgruppe 3-4 Jahre und bei dieser auch erst ab dem 3. postoperativen Jahr statistisch signifikant war (p<0.05). Ab 7 Jahre war die mittlere postoperative Refraktion emmetrop und veränderte sich auch in den Folgejahren nicht signifikant. Zwischen amblyopen und nicht amblyopen Augen und traumatisch und nicht traumatisch bedingten Katarakten zeigte sich kein statistisch signifikanter Unterschied in der Myopieentwicklung.

Diskussion: Um eine Myopisierung der im Kleinkindalter zu operierenden Augen zu verhindern, ergibt sich für diese schwer zu untersuchende Zielgruppe die Forderung nach weiterer Optimierung der für die Biometrie erforderlichen und möglichst in ITN durchgeführten Untersuchungs- methoden, eine Überprüfung der verwendeten Biometrieformeln und weitere Forschung, inwieweit die Linsenimplantation den Emmetro- pisierungsprozess beeinflußt.

Augenklinik Johann-Wolfgang-Goethe-Universität, Theodor-Stern-Kai 7, D-60590 Frankfurt/Main


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