98. Jahrestagung der DOG 2000

V 561

Zyklotropie bei Makulatranslokation:
Mögliche augenmuskelchirurgische Lösungen

J. Fricke, A. Neugebauer, I. Köchling, W. Rüssmann

Die Makulatranslokation macht häufig den operativen Ausgleich einer Zyklotropie, gelegentlich zusätzlich die Reduktion einer Vertikaltropie erforderlich. Insbesondere die Zyklotropie kann Ausmaße erreichen, die mit 30-45° deutlich das Maß überschreiten, das bei Schieloperationen üblicherweise neutralisiert werden muß. Somit sind Erweiterungen des bisherigen operativen Spektrums zur Re-duktion von Zyklotropien - entweder durch Kombinationen bislang gängiger Operationsverfahren oder durch Etablierung neuer chirurgischer Techniken - erforderlich. Die Limitierung der Rectuschirurgie durch die Gefahr einer anterioren Ischämie muß hierbei Beachtung finden. Bei bislang über 75 Patienten führten wir augenmuskelchirurgische Operationen zur Reduktion der Zyklotropie nach Makulatranslokation durch. 55 Patienten wurden in gleicher operativer Sitzung mit der Netzhautrotation an den Augenmuskeln operiert, bei 20 Patienten erfolgte die Augenmuskeloperation in einem zweiten Eingriff, also nach der Netzhautrotation - in der Regel zusammen mit der Entfernung der Silikonöltamponade rund zwölf Wochen nach dem Ersteingriff. Prä- und postoperativ wurde die subjektive Verrollung mittels Maddox-Zylinder und am Lichtbalken der Harmswand bestimmt, darüberhinaus wurden Schielwinkel und Motilität analysiert. Die Studie stellt die Ergebnisse der folgenden operativen Vorgehensweisen vor:

1.Partielle, hälftige Transposition der Ansätze der geraden Augenmuskeln kombiniert mit Faltung und Rücklagerung an den schrägen Augenmuskeln.

2.Partielle Transposition an allen geraden Augenmuskeln durch Unterkreuzen eines Zügels von ¼ Muskeldicke kombiniert mit obengenannter Obliquuschirurgie.

3.Isolierte maximale Chirurgie an den Mm. obliquui.

4.Vollständige Ansatzverlagerung zweier gerader Augenmuskeln mit kombinierter Obliquuschirurgie.

5.Vollständige Transposition des M. obliquus superior mit Ansatz-verlagerung des m. rectus internus.

Universitäts-Augenklinik Köln, J.-Stelzmann-Str. 9, D-50931 Köln



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