98. Jahrestagung der DOG 2000

K 555

Korrelation der monokularen subjektiven visuellen Vertikalen mit der objektiven Cyclorotation bei peripheren vestibulären Läsionen

T. Schmidt , K.-F. Hamann*, I. Hofmann*, M. Klopfer, J.-O. Kono Kono

Hintergrund und Ziel: Bei Patienten mit einseitigen peripheren vestibulären Störungen besteht oft eine Abweichung der subjektiven visuellen Vertikalen (SVV).Diese Abweichung ist oft flüchtig und schnell kompensierbar. Ziel der Studie war, zu klären, ob die Abweichung der SVV mit der objektiven Cyclorotation am Fundus übereinstimmt.

Patienten und Methoden: Prospektiv wurden 20 Patienten (10 weiblich, 10 männlich, Alter zwischen 16 und 78 Jahren) einbezogen. Es handelte sich um 19 Patienten mit Neuritis vestibularis sowie 1 Patienten mit Encephalitis disseminata. Einschlußkriterium war eine Abweichung der SVV >2° binokular. Zunächst wurde die SVV im Dunkelraum mit Leuchtstab monokular bestimmt, dann wurde nach Pupillenerweiterung eine Fundusfotografie von jedem Auge durchgeführt und manuell der Verrollungswinkel der Achse Papille/Macula gemessen.

Ergebnisse: Es fand sich eine gute Korrelation zwischen der SVV und der objektiv gemessenen Verollung am Augenhintergrund.

Diskussion: Im Gegensatz zur binokularen Bestimmung der SVV ergibt sich bei monokulärer Bestimmung eine gute Übereinstimmung zur mit Fundusfotografie gemessenen Bulbusverrollung. Offen ist noch, welcher Teil des Vestibularapparates die Bulbusverrollung verursacht. Auf Grund unserer Ergebnisse ist für die klinische Diagnostik die monokuläre Bestimmung der SVV zu fordern.

Augenklinik-, *HNO Klinik rechts der Isar der Technischen Universität München, Ismaninger Str. 22, 81675 München



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