98. Jahrestagung der DOG 2000

K 539

Meßgenauigkeit und Handhabbarkeit des Autorefraktometers
„Power Refractorâ " in der klinischen Praxis

M. Schittkowski, P. Kruse, S. Hucks-Sievers

Einleitung: Das Autorefraktometer Power Refractorâ (Multi Channel Systems MCS GmbH) entstand im Rahmen von Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Refraktionsentwicklung. Die Handhabbarkeit des kommerziell erhältlichen Modelles und die Meßgenauigkeit im Vergleich zu Skiaskopie und herkömmlichen Autorefraktometern wurde im Rahmen dieser prospektiven Studie untersucht.

Patienten und Methode: Die Patientenrekrutierung erfolgte fortlaufend aus der Sprechstunde der Abteilung für Strabologie und Kinderophthalmologie. Zunächst wurde die objektive Refraktion bei 75 Patienten (150 Augen) in Cycloplegie standardisiert mittels Power Refractorâ , Retinomax (Nikon), Canon RK-5 sowie Skiaskopie (ein Untersucher) bestimmt. Bei weiteren 75 Patienten (150 Augen) erfolgte zusätzlich initial bei unbeeinflusster Pupille eine Messung mit dem Power Refractorâ .

Ergebnisse: Für den Vergleich der in Cycloplegie ermittelten Werte konnten somit 300 Augen einbezogen werden. Für die sphärischen Werte wurde im Bereich ± 2 dpt eine Differenz bis zu 1 dpt gefunden, darüberhinaus nahm die Abweichung mit der Progredienz des sphärischen Äquivalentes zu. Der Meßfehler beim Astigmatismus lag bis zu 1 dpt höher. Der aus der fehlbestimmten Achsenlage resultierende Fehler der zylindrischen Korrektion als Maß für den künstlich erzeugten Astigmatismus betrug bis zu 6 dpt. Die maximale Einzelwertabweichung betrug 10 dpt.

Durch die Messung bei unbeeinflußter Pupille konnte eine wesentlich genauere Refraktionsbestimmung erfolgen, die Zuverlässigkeit der etablierten Methoden wird jedoch nicht erreicht.

Diskussion: Bezüglich der Meßgenauigkeit zeigten sich bei dem Power Refractorâ die größten Abweichungen. Das Gerät ist für eine Messung in Cycloplegie nicht geeignet, bei unbeeinflußter Pupille liegt die Genauigkeit jedoch nahezu im Bereich der etablierten Geräte.

Der Einsatz des Power Refractorâ könnte vor allem aufgrund des Untersuchungsabstandes von einem Meter bei der Untersuchung von Kleinkindern sinnvoll sein, ein Ersatz für die Skiaskopie in Cycloplegie ist er aber nicht. Eine Brillenordination nach Power Refractorâ -Werten ist abzulehnen. Wo der Wert bei Screening-Untersuchungen zu sehen ist, wird sich nach Weiterführung der Untersuchungen erweisen.

Universitätsaugenklinik Rostock, Doberaner Straße 140, D - 18055 Rostock



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