98. Jahrestagung der DOG 2000

K 519

Veränderungen der Gefäßarchitektur des Ziliarkörpers nach transskleraler Diodenlaser-Zyklophotokoagulation am Kaninchenauge

T. Schlote1 , J. Beck 1, J. M. Rohrbach1, R. H. W. Funk2

Einleitung: Neben der direkten Destruktion des Ziliarkörperepithels ist von weiteren Wirkmechanismen zyklodestruktiver Verfahren auszugehen. Die Weiterentwicklung dieser Verfahren hängt u.a. von einer besseren Kenntnis dieser Wirkmechanismen ab, weshalb Untersuchungen zum Einfluß der Diodenlaser-Zyklophotokoagulation auf die Gefäßversorgung des Ziliarkörpers durchgeführt wurden.

Methoden: Als Versuchstiere dienten pigmentierte Chinchilla Bastard Kaninchen. Nach Ermittlung der geeigneten Parameter für die Zyklophotokoagulation der Pars plicata und Pars plana wurde eine Behandlung der Pars plicata oder Pars plana (jeweils 3 Kaninchen) am rechten Auge durchgeführt und nach 2, 6, und 12 Wochen histologische und elektronenmikroskopische Befunde an jeweils einem behandelten Auge erfaßt. Bei weiteren 3 Kaninchen erfolgte am rechten Auge eine Behandlung der Pars plicata, am linken der Pars plana. Nach 2, 6 und 12 Wochen wurden Gefäßausgußpräparate nach Applikation eines Plastik-gemisches hergestellt und rasterelektronenmikroskopisch untersucht.

Ergebnisse: Histologisch und elektronenmikroskopisch ließen sich die typischen Veränderungen nach Diodenlaser-Zyklophotokoagulation in Form einer deutlichen Koagulationsnekrose mit nachfolgender Atrophie und Fibrose der behandelten Ziliarkörperbereiche bei Fehlen regeneratorischer Vorgänge beobachten. Die rasterelektronenmikroskopische Aufarbeitung der Gefäßausgußpräparate ergab zu allen Untersuchungszeitpunkten eine massive Gefäßrarefizierung im Applikationsbereich. Wesentliche Regenerationsvorgänge waren nicht zu verzeichnen.

Schlußfolgerungen: Die erstmals eindeutig demonstrierte, massive Alteration der Gefäßversorgung unterstützt nachhaltig die Hypothese einer ischämischen Wirkkomponente der Diodenlaser-Zyklophotokoagulation, insbesondere bei einer Laserapplikation in die Pars plicata. Die Bedeutung der Ergebnisse ist zu diskutieren.


1Univ.-Augenklinik Tübingen, Abteilung I, Schleichstr. 12, 72076 Tübingen

2Anatomisches Institut, Technische Universität, Fetscherstr. 74, 01307 Dresden


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