98. Jahrestagung der DOG 2000

K 513

Epithelzellinvasion bei Molteno-Implantat

A. Vogel, O. Schwenn

Hintergrund: Ein Molteno-Implantat ist ein Drainagesystem, welches vor allem bei therapierefraktären Glaukomen eingesetzt wird. Postoperative Komplikationen sind jedoch nicht selten.

Kasuistik: Bei einem 43-jährigem Patienten mit einem Sekundärglaukom bei rezidivierender Iritis wurde am rechten Auge wegen Dekompensation des intraokularen Drucks (IOD) ein Molteno-Implantat implantiert. Vorraus-gegangen waren mehrere Goniotrepanationen und zyklodestruktive Eingriffe, eine Cataract-Operation und eine sekundäre Hinterkammerlinsenimplantation. 5 Jahre nach Implantation des Drainagesystems war der IOD reguliert bei einer Sehschärfe von 0,63. Dann kam es zu einer Hornhautdekompensation, welche eine perforierende Keratoplastik notwendig machte. Histologisch wurde eine Epithelzellinvasion am Hornhautendothel nachgewiesen. Im weiteren Verlauf kam es von der Peripherie ausgehend zu einer Reepithelialisierung der Transplantat-Rückflache. Nach 7 Jahren mußte das Molteno-Implantat schließlich wegen einer großen Bindehautdehiszenz mit chronischer Fistulation und Infektionsgefahr entfernt werden.

Schlußfolgerung: Bei unserem Patienten scheint die Epithelinvasion Folge der Molteno-Implantation zu sein. Die Epithelinvasion wurde anfänglich nicht erkannt und eine Endotheldekompensation durch das Implantat als Ursache der Hornhauttrübung angenommen. Histologisch konnte die Epithelinvasion nachgewiesen werden.

Universitätsaugenklinik, Langenbeckstr. 1, 55131 Mainz



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