98. Jahrestagung der DOG 2000

R 512

Endoskopische Glaukomchirurgie

J. Funk

Einleitung: Bei der chirurgischen Glaukomtherapie wird entweder eine Drosselung der Kammerwasserproduktion im Ziliarkörper oder eine Verbesserung des Kammerwasserabflusses im Trabekelwerk angestrebt. Beide Strukturen, Ziliarkörper und Trabekelwerk, sind nicht direkt einsehbar. Deshalb ist es naheliegend, bei ihrer operativen Behandlung die Möglichkeiten der Endoskopie zu nutzen.

Methode: Eine Reduktion der Kammerwasserproduktion erreicht man mit der endoskopischen Zyklophotokoagulation; eine Verbesserung des Kammerwasserabflusses erreicht man mit der endoskopischen Laser-Goniotomie. Bei der endoskopischen Zyklophotokoagulation benutzt man, ebenso wie bei der transskleralen Zyklophotokoagulation, einen Dioden-laser. Laserfaser und Endoskop befinden sich in einem gemeinsamen Handstück von 1 mm Durchmesser. Der Zugang kann über die pars plana erfolgen oder, speziell bei Aphakie, über die Vorderkammer. Bei der endoskopischen Laser-Goniotomie benutzt man eine photoablativen Er:YAG-Laser. Auch dabei sind Endoskop und Laser in einem Hanfstück von 1 mm Durchmesser untergebracht. Der Zugang erfolgt über eine kleine korneale Inzision.

Ergebnisse: Der Vorteil der endoskopischen Zyklophotokoagulation - verglichen mit der transskleralen Zyklophotokoagulation - besteht darin, daß man die Effekte sehr viel besser lokalisieren und dosieren kann. Eigene Erfahrungen und die in der Literatur veröffentlichten Daten zeigen eine gute drucksenkende Wirkung auch in mehrfach voroperierten Augen. Die endoskopische Laser-Goniotomie hat - verglichen mit anderen abfluß-verbessernden Operationen - den Vorteil, daß sie trotz guter Drucksenkung komplikationsarm ist und auch in schwierigen Ausgangssituationen (Pem-phigoid, trübe Hornhaut) eingesetzt werden kannt.

Schlußfolgerung: Beide Verfahren, endoskopische Zyklophotokoagulation und endoskopische Laser-Goniotomie, sind relativ neu. Aussagen über ihre langfristige Wirkung sind daher noch nicht möglich. Die bisher vorliegenden mittelfristigen Resultate (1 bis 2 Jahre Nachbeobachtung) sind jedoch so positiv, daß zukünftig eine größere Verbreitung dieser Methoden denkbar ist.

Universitäts-Augenklinik, Killianstr. 5, D-79106 Freiburg



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