98. Jahrestagung der DOG 2000

P 508

Diodenlaser-Zyklophotokoagulation als primärer chirurgischer
Eingriff

M. Becker, J. Funk

Einleitung: Die Diodenlaser-Zyklophotokoagulation ist eine anerkannte Standardtherapie bei besonders problematischen Glaukomfällen, speziell wenn andere Verfahren bereits erfolglos durchgeführt wurden. Wir wollten wissen, ob sie auch als primäres chirurgisches Verfahren sinnvoll sein kann, wenn eine medikamentöse Behandlung nicht ausreicht.

Patienten und Methoden: Wir untersuchten retrospektiv die Auf-zeichnungen von Patienten, die zwischen Februar 1997 und Mai 1998 eine Zyklophotokoagulation als erste drucksenkende chirurgische Behandlung bekommen hatten. Alle Patienten hatten einen erhöhten Augendruck trotz maximaler medikamentöser Behandlung. In den meisten Fällen wurde eine Zyklophotokoagulation durchgeführt, weil die Patienten eine fistulierende Operation ablehnten. Im allgemeinen wurden 15 Laserherde ( 2000 mJ, 2,5 sec.) pro Behandlung appliziert.

Ergebnis: Insgesamt konnten 26 Augen von 21 Patienten in die Studie eingeschlossen werden. Das Durchschnittsalter betrug 75,5 +/- 7,4 Jahre. Die mittlere Nachbeobachtungszeit betrug 17,5 Monate. Wir fanden eine durchschnittliche Augendrucksenkung von 29,9 mmHg präoperativ auf 16,9 mmHg postoperativ. In 3 Fällen (11,5 %) mußte der Eingriff wiederholt werden. Die einzige Komplikation war eine milde bis mäßige Iritis in 4 Fällen (15,4), während weder eine Abflachung der Vorderkammer noch ein akuter postoperativer Druckanstieg auf mehr als 40 mmHg auftraten. Ebenso konnten wir keine schwerwiegende Verminderung der Sehschärfe verzeichnen.

Diskussion: Die Diodenlaser-Zyklophotokoagulation führte zu einer Augendrucksenkung um 43,5 % ohne nennenswerten Komplikationen. Man kann sie daher als Alternative zu fistulierenden Verfahren empfehlen, insbesondere bei älteren Patienten mit geringem bis mäßigem Glaukomschaden.

Augenklinik, Albert-Ludwigs-Universität, Killianstrasse 5, 79106 Freiburg



Zurück