98. Jahrestagung der DOG 2000

K 50

Implant-Kanalostomie – eine neue nicht-penetrierende Glaukom-Operation

A. Kersten, G. Steiner, H. Krey

Einleitung: Gedeckelte, filtrierende Glaukom-Operationen weisen eine Vielzahl von Problemen auf. Hypofiltrationen aufgrund Vernarbung wie auch Hyperfiltrationen mit Aderhautabhebungen und Visusverschlechterungen sind häufig. Wir ermittelten die ersten Ergebnisse einer nicht penetrierenden Kanalostomie mit Kollagenimplantat.

Methode: Bei 19 Patienten mit dekompensiertem, chronischen Offenwinkelgalukom wurde das Operationsverfahren angewandt. Der präoperative Augeninnendruck (IOD) wurde mit den postoperativen Werten verglichen. Als reguliert galten Glaukome mit einem IOD < 21 mmHg. Die Häufigkeit von Sickerkissenbildung und Komplikationen wurde ermittelt.

Ergebnisse: Im Median konnte der IOD von präoperativ 29,8 mmHg auf postoperativ 13,1 mmHg gesenkt werden. Bei 17 von 19 Patienten war der IOD reguliert und bei 6/17 Patienten war eine zusätzliche lokale antiglaukomatöse Therapie nötig. In einem Fall wurde das Offenwinkelglaukom nicht ausreichend reguliert. Ein Patient entwickelte direkt postoperativ beiderseits ein Sekundärglaukom bei fibrinöser Iritis, welches eine systemische Behandlung mit Acetazolamid und Steroiden bedurfte. In 6/19 Augen kam es zu einer Sickerkissenbildung. Schwere, operationsbedingte Komplikationen wurden nicht festgestellt.

Diskussion: Die Implant-Kanalostomie ist eine vielversprechende Variante der Visco-Kanalostomie nach Stegman. In 89% konnte mit diesem Verfahren eine Normalisierung des IOD erreicht werden. Eine Sickerkissenbildung war nur in der präparatorischen Lernphase zu beobachten.

Augenklinik, Zentralklinikum Augsburg, Stenglingstraße 2, 86156 Augsburg



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