98. Jahrestagung der DOG 2000

V 47

Transplantation von Amnionmembran zur Behandlung von akuten Verätzungen und Verbrennungen

1,3D. Meller, 1R. T. F. Pires, 2F. Figueiredo,3A. Heiligenhaus, 3K. P. Steuhl, 1S. C. G. Tseng

Einleitung: Der Einsatz von Amnionmembran zur Rekonstruktion der Augenoberfläche bei akuten Verätzungen oder Verbrennungen des Auges wurde untersucht.

Patienten und Methode: Dreizehn Augen (10 Verätzungen und 3 Verbrennungen, Grad II-III (n=7) und Grad IV (n=6)) von 11 Patienten wurden mit einer Transplantation von Amnionmembran (AMT) in der Akutphase (< 2 Wochen) versorgt.

Ergebnisse: In einem durchschnittlichen Nachbeobachtungszeitraum von 8.8 Monaten, erreichten 11 Augen (84.63%) eine Reepithelialisierung der Augenoberfläche innerhalb von 2 bis 5 Wochen (23.7 ± 9.8 Tage) und eine verbesserte Sehschärfe von mehr als 6 Sehstufen (SS) in 6 Augen, von 4-5 SS in 2 Augen und von 1-3 SS in 2 Augen. Nur ein Auge entwickelte ein Symblepharon. Grad II und III Verletzungen wiesen eine bessere Rehabilitation der Sehschärfe (7.3 ± 3 SS) als Grad IV Verletzungen auf (2.3 ± 3.0 SS, p<0.05). Grad II und III Verletzungen entwickelten keine limbale Stammzellinsuffizienz auf, jedoch wurde diese bei allen Grad IV Verletzungen beobachtet.

Schlußfolgerung: Bei gering- oder mittelgradigen Verätzungen oder Verbrennungen erzielt die AMT eine schnelle Wundheilung und Visusrehabilitation. Bei schwergradigen Verletzungen verhindert die AMT die Symblepharonbildung, reduziert die stromale Entzündung am Limbus, kann aber nicht die Entstehung einer limbalen Stammzellinsuffizienz verhindern.

1Ocular Surface and Tear Center, Dept. of Ophthalmology, Bascom Palmer Eye Institute, Univ. of Miami, Miami, USA

2Dept. of Ophthalmology, Royal Victoria Infirmary, Newcastle-Upon-Tyne, UK

3Dept. of Ophthalmology, Univ. of Essen, Essen, Germany



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