98. Jahrestagung der DOG 2000

V 468

Photodynamische Therapie (PDT):
ICG-angiographische Ergebnisse aus der TAP-Studie

S. Michels, I. Barbazetto, H. Laqua, U. Schmidt-Erfurth

Einleitung: ICG-angiographische Auswertung der wiederholten PDT-Behandlung bei altersbedingter Makuladegeneration (AMD) im Rahmen der TAP-Studie in Bezug auf therapeutischen Effekt und Auswirkungen auf die physiologische Choriokapillaris.

Methoden: Über 24 Monate wurden bei 61 Patienten im Rahmen einer doppelt maskierten klinischen Studie zur PDT bei AMD in dreimonatigen Intervallen ICG-Angiographien (ICGA) mit einem konfokalen Laser Scanning System durchgeführt. 42 Patienten erhielten wiederholte Verteporfin-Behandlungen (Visudyne, Ciba Vision), 19 wiederholte Placebo-Behandlungen. Erneute Behandlungen wurden bei nachweisbarer Leckage in der Fluoreszein-Angiographie (FLA) durchgeführt.

Ergebnisse: In der PDT-Gruppe zeigte sich über den Beobachtungszeitraum eine kontinuierliche Abnahme der CNV- und Leckage-Fläche um 23% bzw. 30,3% von durchschnittlich 3.9mm² auf 2,98mm² bzw. 5,0mm² auf 3,5mm². In der Placebo-Gruppe konnte hingegen eine progressive Zunahme von CNV- und Leckagefläche auf 341% bzw. 271% der Ausgangswerte festgestellt werden.

In der Behandlungsgruppe zeigte sich ein deutlicher Effekt der PDT auf die Choriokapillaris in Form eines hypofluoreszenten Hofs in der ICGA. Die maximale Größe der Hypofluoreszenz wurde nach 12 Monaten erreicht, jedoch zeigte sich im weiteren Verlauf eine Regeneration der Choriokapillaris. Aber auch in der Placebo-Gruppe dokumentierte sich in der ICGA ein ausgeprägtes hypofluoreszentes Areal, welches im 24 monatigen Beobachtungszeitraum progredient bis auf 200% der Ausgangsfläche zunahm.

Diskussion: Die ICGA Ergebnisse zeigen, daß durch wiederholte PDT in Intervallen von 3 Monaten im Gegensatz zur Placebobehandlung eine Reduktion der CNV-Fläche sowie der Leckage-Fläche erreicht werden kann. Zusätzlich wurde eine choroidale Hypofluoreszenz im zentralen Makulabereich beobachtet, die sich in der PDT-Gruppe langfristig regenerierte und insgesamt kleiner blieb als in der Kontrollgruppe.

Augenklinik, Universität zu Lübeck, Ratzeburger Allee 160, D-23538 Lübeck



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