98. Jahrestagung der DOG 2000

V 466

Quantifizierung der zentralen Netzhautfunktion bei photodynamischer Therapie: Ergebnisse über zwei Jahre

H. Elsner, A. Benecke, I. Barbazetto, U. Schmidt-Erfurth

Zielsetzung: Quantifizierung des Therapieeffektes bei mehrfacher photodynamischer Behandlungen mit Verteporfin anhand der zentralen Netzhautfunktion innerhalb einer prospektiven, randomisierten klinischen Studie der Phase 3 (TAP Investigation)

Methoden: Die topographische zentrale Netzhautfunktion wurde (SLO101, Rodenstock) bei 31 Patienten, die mehrfach photodynamisch behandelt wurden und bei 12 Patienten einer Plazebogruppe mittels Scanning Laser Perimetrie bestimmt. Größe und Lokalisation sowie das Fixationverhalten wurden bei der Erstuntersuchung und danach kontinuierlich in 3-monatigen Abständen bis Monat 24 bestimmt. Die planimetrische Auswertung erfolgte doppelt blind durch zwei unabhängige Untersucher.

Ergebnisse: Die Größe der absoluten Skotome betrug bei der Erstuntersuchung im Median 2,7 mm2 in beiden Gruppen. In der Verteporfin-Gruppe hatte sich bis Monat 6 das absolute Skotom auf 6,2 mm2 vergrößert und stabilisierte sich bei 8,6mm2 im Verlauf der Monate 12 bis 24. Die Augen der Kontrollgruppe zeigten eine Progression des absoluten Skotoms von 11,2 mm2 nach 6 Monaten auf 16,4 mm2 nach 12 und auf 31,5 mm2 nach 24 Monaten. Die relativen Funktionsausfälle betrugen bei Erstuntersuchung in der Verteporfin-Gruppe 7,9 mm2 und 8,5 mm2 in der Kontrollgruppe. Während sich die relativen Skotome in der Verteporfin-Gruppe nur gering auf 15,8 mm2 nach 12 und auf 20,8 mm2 nach 24 Monaten vergrößerten, wuchsen die relativen Defekte bei der Kontrollgruppe auf 37,7 mm2 nach 12 und 48,3 mm2 nach 24 Monaten. Die zentrale Fixation bei Augen der Verteporfin-Gruppe zeigte eine größere Stabilität.

Zusammenfassung: PDT mit Verteporfin trägt objektivierbar und längerfristig zu einem Erhalt der zentralen Netzhautfunktion bei klassischer CNV bei. Nach 24 Monaten waren die absoluten Skotome 4,3 mal und die relativen Skotome 2,3 mal größer in der Kontrollgruppe als in der photodynamisch behandelten Gruppe.

Augenklinik der Medizinischen Universität Lübeck



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