98. Jahrestagung der DOG 2000

VV 459

Makulatranslokation mit 360° Retinotomie als Therapieform für die exsudative altersabhängige Makuladegeneration

S. Aisenbrey, B. Lafaut, P. Walter, P. Szurman, K. U. Bartz-Schmidt

Hintergrund: Mit dem Ziel einer Stabilisierung oder Verbesserung der visuellen Funktion von Patienten mit altersabhängiger-Makula-Degeneration (AMD) wurde die Technik der Translokation der Fovea auf gesundes Pigmentepithel (RPE) von R. Machemer entwickelt.

Patienten: Wir operierten mit einem modifizierten Verfahren 100 Patienten (64 Frauen, 36 Männer, Altersdurchschnitt = 75 ± 6 Jahre) von Dezember 1997 bis Oktober 1999. 22 Patienten hatten eine submakuläre Blutung, 36 Patienten eine okkulte und 31 Patienten eine klassische Neovaskularisationsmembran. In 11 Augen zeigten sich unterschiedliche andere Ausgangssituationen. Prospektiv untersuchten wir 3 Wochen, 3, 6 und 12 Monate nach dem Primäreingriff den Visus mittels ETDRS-Tafeln und führten eine konventionelle Fluoreszein- und Indocyaningrün-Angiographie sowie Mikroperimetrie durch.

Ergebnisse: Ende November 1999 hatten wir bereits bei 49 Patienten Silikonöl ablassen können (mittleres Intervall = 15 Wochen, 7-37 Wochen). Bei 16 von 44 Patienten mit komplikationslosem Verlauf nach Silikonölablassung zeigte sich ein Visusanstieg um 3 und mehr Visusstufen, 7 von 44 Patienten erlitten eine Verschlechterung um mehr als 3 Visusstufen. Ein Revisionseingriff wegen schwerer Komplikationen wurde bei 13 Patienten notwendig (PVR-Amotio n = 2, rhegmatogene Amotio n = 8, Makula-Pucker n = 1). Als weitere Komplikationen traten passagere Hypotonie, Makulaödem, Hornhautdekompensation oder IOL-Dislokation auf. Aktualisierte Ergebnisse werden zur Tagung präsentiert werden.

Diskussion: Das Operationsverfahren stellt einen aufwendigen und technisch anspruchsvollen Eingriff mit langer Lernphase sowie großem intraoperativen und postoperativen Komplikationsprofil dar. Nach unseren ersten Ergebnissen erscheint die Makulatranslokation eine vielversprechende Therapieform für ausgewählte Patienten mit exsudativer AMD zu sein.

Zentrum für Augenheilkunde der Universität Köln, 50935 Köln



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