98. Jahrestagung der DOG 2000

R 452

Messung der Akkommodation durch den Einsatz der Teilkohärenz Interferometrie

O. Findl

Hintergrund: Echte pseudophake Akkommodation kann nur durch eine Ziliarmuskel-induzierte IOL-Verschiebung nach vorne erfolgen. Durch eine neue, hochpräzise Biometriemethode, genannt Teilkohärenz-Laserinterferometrie (PCI), können erstmals kleinste IOL-Positionsveränderungen detektiert werden.

Patienten und Methoden: In einer prospektiven Studie wurde die postoperative Vorderkammertiefe in 62 pseudophaken Augen, unter Cycloplegie (Cyclopentolat 1%) und pharmakologisch induzierter Ziliarmuskelkontraktion (Pilokarpin 2%), gemessen. IOLs mit folgenden sechs Designs wurden untersucht: Plattenhaptik IOL (Staar AA4203VF), 3-Stück Acryl IOL (Alcon Acrysof MA60BM, Sensar AR-40), 3-Stück PMMA IOL mit rigiden Haptiken (Dr. Schmidt MC220) und eine speziell entwickelte Acryl IOL (Morcher Biocomfold Typ43A, Typ 43E).

Ergebnisse: Die mittlere IOL Verschiebung der Linsen die sich nach vorne verschoben war: Plattenhaptik 162 µm (Mittelwert, repeated measures t-test p<0.05), "akkommodationsfähige" Typ43A 117 µm (p<0.01) und Typ43E 222 µm (p<0.05), 3-Stück PMMA 56 µm (n.s., p=0.07). Die Acrysof und die Sensar AR40 wurden nach hinten verschoben: -156 µm (p<0.05) und –37 µm (n.s., p=0.39). Bei der Quantifizierung der Akkommodation bei Pseudophakie konnte eine Meßpräzision von 4 µm erzielt werden.

Schlußfolgerung: Das Ausmaß der IOL Verschiebung ist zu gering um eine Akkommodation von mehr als 1 Dpt. zu ermöglichen. Die "akkommodationsfähige" IOL nach Payer zeigte nicht mehr Verschiebung als die gängige Plattenhaptiklinse. Die Acrysof ist die einzige Linse die eine siginifikante, wenn auch geringe, Verschiebung nach hinten zeigte. PCI ermöglicht erstmals eine objektive und genaue Quantifizierung der Akkommodation bei Pseudophakie

Abteilung für Augenheilkunde, Universität Wien
AKH-Wien, Währinger Gürtel 18 – 20, A – 1090 Wien



Zurück