98. Jahrestagung der DOG 2000

V 433

Quantifizierung der endogenen neuroprotektiven Kynureninsäure im Glaskörper von Mensch und Kaninchen

T. Zarnowski1 , R. Rejdak2, Z. Zagórski1, A. G. M. Jünemann3, T. Kocki2, W. A.Turski2

Hintergrund: Der Tryptophan-Metabolit Kynureninsäure (KYNA), ein NMDA-Rezeptor-Antagonist, weist eine starke neuroprotektive Wirkung im Gehirn und in der Retina auf. Diese Studie sollte klären, ob KYNA im Glaskörper von Mensch und Kaninchen vorkommt und ob eine intraokuläre Synthese von KYNA vorliegt.

Material und Methoden: KYNA-Spiegel wurden mittels HPLC-Technik im Glaskörper von 4 humanen postmortem Augen sowie 19 Augen von Albino-Kaninchen bestimmt. Die KYNA-Konzentration wurde ferner in 21 Kaninchenaugen 2, 24 und 48 Stunden nach intravitrealer Injektion von 10 mmol des KYNA-Inhibitors Aminooxyacetylsäure (AOAA) gemessen und mit der KYNA-Konzentration des Partnerauges nach intravitrealer Kochsalz-Injektion verglichen (t-Test).

Ergebnisse: Die KYNA-Konzentration (Mittelwert ± Standardabweichung) im humanen Glaskörper betrug 33,1±6,2 pmol/ml, im Kaninchen-Glaskörper 22,3±3,9 pmol/ml. Die intravitreale Injektion von AOAA führte zu einer Verminderung der KYNA-Konzentration um 10% nach 2h (n.s.), 48% nach 24h (p<0,001 vs. Kochsalz-behandelte Gruppe) und 25% nach 48h (p<0.05).
Schlußfolgerung: Kynureninsäure, eine möglicherweise endogene neuroprotektive Substanz, konnte im Glaskörper von Mensch und Kaninchen quantifiziert werden. Die Abnahme der KYNA-Konzentration nach AOAA deutet auf die intraokuläre Synthese von Kynureninsäure hin.

1 Tadeusz Krwawicz Chair of Ophthalmology and 1st Eye Hospital, Medical University School, Lublin, Poland

2 Department of Pharmacology and Toxicology, Medical University School, Lublin, Poland

3 Department of Ophthalmology, University Erlangen-Nürnberg, Erlangen, Germany



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