98. Jahrestagung der DOG 2000

V 428

Vergleich von Gesichtsfeldergebnissen mit der Frequenzverdoppelungsperimetrie und der Weiß/Weiß-Perimetrie bei Glaukompatienten

G. Schwartze, C. Erb, A. Rust, F. Sistani

Einleitung: Die Frequenzverdoppelungsperimetrie (FDP) wird als innova-tives und schnelles Gesichtsfeldverfahren zum frühzeitigeren Erkennen glaukomatöser Nervenfaserschäden angesehen. Der theoretische Hintergrund dieser Methode beruht auf der Feststellung einer frühzeitigen glaukomatösen Schädigung des magnozellulären Systems, dessen Funktion durch einen neuartigen Teststimulus isoliert erfaßt werden soll. Das Ziel dieser Studie war es, die Sensitivität und die Vergleichbarkeit von Testergebnissen dieser neuen Perimetrieform mit der herkömmlichen W/W-Perimetrie zu überprüfen.

Methoden: Mit dem FDT (Humphrey Instruments) N-30 Schwellenwertpro-gramm und dem Octopus 1
• 2• 3 (Interzeag) G1-Schwellenwertprogramm wurden die Gesichtsfeldergebnisse von 205 Augen (109 Glaukompatien-ten) untersucht und verglichen.

Ergebnisse: Vergleichbare Resultate bezüglich des Ausmaßes glauko-matöser Schäden ergaben sich insgesamt in nur 48,8% (100 Augen) der Fälle. Bei den abweichenden Ergebnissen beobachteten wir im Vergleich zum G1 weniger ausgeprägte Gesichtsfelddefekte bei 25,8% (53 Augen), während schwerere Defekte bei 25,4% (52 Augen) zu beobachten waren. Insbesondere im Bereich früher glaukomatöser Schäden zeigten sich im FDT 50,8% bessere, und damit im Vergleich zum G1, falsch positive Gesichtsfeldbefunde. Abschließend ergab sich eine Differenz von 13 unauffälligen Gesichtsfeldbefunden im G1 zu 73 unauffälligen Befunden im FDT.

Diskussion: Unsere Ergebnisse legen nahe, daß der Anspruch einer früh-zeitigeren Glaukomdiagnose durch die neue FDT-Perimetrie derzeit nicht erfüllt wird, und das Verfahren somit für ein Glaukom-Screening ungeeignet erscheint.

Augenklinik der Medizinischen Hochschule Hannover, Carl-Neuberg-Str. 1, D - 30625 Hannover 


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