98. Jahrestagung der DOG 2000

K 42

Antientzündliche Eigenschaften der Amnionmembran zur Rekonstruktion der Augenoberfläche

F. E. Kruse, L You, S. Ebner, K. Rohrschneider, H. E. Völcker

Die Transplantation menschlicher Amnionmembran (AMT) stellt eine Bereicherung der rekonstruktiven Chirurgie der Augenoberfläche dar. Der Mechanismus der AMT ist jedoch bisher wenig untersucht. Wir gingen der Hypothese nach, daß die Amnionmembran unter gewissen Umständen eine anti-entzündliche Wirkung entfalten kann.

Methode: Im klinischen Teil der Untersuchung wurden 20 Patienten vor und nach AMT bei Hornhautulzera untersucht. Im experimentellen Teil wurde die Expression von Botenstoffen (CXC-Chemokinen), die eine Rekrutierung von Leukozyten ins Gewebe verursachen, quantifiziert. Dazu wurde die Chemokinexpression in Hornhaut-Keratozyten, die in der Zellkultur auf Amnionmembranen wuchsen, mittels dot und northern blot untersucht.

Ergebnisse: Alle 20 Patienten zeigten in der früh-postoperativen Phase nach AMT eine deutliche subjektive und objektive Reduktion des Reizzustandes. Die Kultur von stromalen Keratozyten führte zu einer Reduktion der Expression von Zytokinen. Nach Stimulation wurden insbesondere Interleukin-8, Gro-alpha und ENA 78 in auf Amnionmembranen kultivierten Zellen deutlich weniger exprimiert.

Diskussion: Unsere Ergebnisse bestätigen, daß AMT bei Patienten mit Hornhautulzera zu einer Reduktion der Entzündung führt. Als ein möglicher Mechanismus könnte die Amnionmembran eine veränderte Expression von Chemokinen in der Hornhaut bewirken.

Augenklinik der Universität Heidelberg, INF 400, D-69120 Heidelberg



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