98. Jahrestagung der DOG 2000

P 417

Produktion antimikrobieller Defensine durch humane konjunktivale Epithelzellen nach Stimulation mit Bakterien

C. Rosenkranz, O. Flachmann

Einleitung: Die äußeren Schichten des menschlichen Auges bilden eine wirkungsvolle Barriere gegen unterschiedliche pathogene Mikroorganismen. In jüngeren Studien konnte gezeigt werden, dass diese Barriere unter anderem durch die Produktion körpereigener Peptidantibiotika gewährleistet wird. Konjunktivales Gewebe bildet konstitutiv humanes Beta-Defensin-1 (hBD-1), während die Produktion von hBD-2 durch exogene Stimuli induziert wird. In der vorliegenden Studie untersuchten wir die Lokalisation der humanen Beta-Defensine in konjunktivalem Gewebe. Darüber hinaus wurde die Fähigkeit zur Produktion körpereigener Defensine durch konjunktivale Zellen nach Stimulation mit Bakterien überprüft.

Methoden: Untersucht wurden insgesamt 20 Bindehautproben, die im Rahmen chirurgischer Eingriffe gewonnen wurden. Die Stimulation je einer Probenhälfte erfolgte durch Inkubation mit E. coli oder Staph. aureus. Die zweite Probenhälfte wurde jeweils als Kontrolle bakterienfrei inkubiert. Die Inkubationsdauer lag bei 6 oder 24 Stunden. Die immunhistochemische Färbung erfolgte auf Paraffinschnitten mit anti-humanen Defensin 1-3 Antikörpern. Die Durchführung der Kontrollexperimente beinhaltete auch die Inkubation ohne Primärantikörper. Der Grad der Färbung wurde lichtmikroskopisch ausgewertet.

Ergebnisse: Bindehaut-Epithelzellen, die nicht mit Bakterien inkubiert worden waren, zeigten keine bis schwache Färbung für Defensin 1-3 Antikörper. Im Vergleich hierzu wurde nach Stimulation mit Bakterien eine deutliche Färbung des Bindehautepithels beobachtet.

Diskussion: Unsere Ergebnisse weisen darauf hin, dass konjunktivale Epithelzellen nach Stimulation mit Bakterien humanes beta-Defensin vom induzierbaren Typ (hBD-2) produzieren. In Anbetracht der breiten antimikrobiellen Wirksamkeit humaner Defensine ergeben sich hieraus neue potentielle Möglichkeiten zur Behandlung okulärer Infektionen.

Klinik für Augenheilkunde, Klinikum der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität, Theodor-Stern-Kai 7, D-60590 Frankfurt am Main

 



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